PROGRAMM

Herbst und Winter 2019/2020

Auch wenn der Kulturkreis im Programmheft für das Jubiläum des Herrenberger Altars nicht genannt ist, haben wir uns in den vergangenen Jahren in verschiedenen Veranstaltungen mit Jerg Ratgeb beschäftigt: So gab es schon 1998 eine Woche lang eine Projektion des Altars in Originalgröße im Chorraum der Kirche mit Förderung des Kulturkreises; es gab Vorträge  unter anderem zur Restaurationsgeschichte der Altartafeln, zur Geschichte ihrer Aufstellung in der Kirche, zur Ikonographie der Altartafeln aus theologischer Sicht, natürlich wiederholt Führungen in der Staatsgalerie durch Frau Dr. Elsbeth Wieman, bis 2018 Kuratorin der Altdeutschen Abteilung und Verfasserin des eindrücklichen Buchs über den Herrenberger Altar aus dem Jahr 2013. Viele Fragen zu Jerg Ratgeb konnten oder können noch nicht beantwortet werden, und viele Antworten besonders seinen Lebensweg betreffend sind hypothetischer Art. Wir freuen uns, dass wir im Februar 2020 Frau Dr. Wiemann für einen Vortrag über die komplexe Geschichte des sogenannten Wandelaltars gewinnen konnten, an deren Ende als eigenwillige Höhepunkte der Herrenberger Altar von Jerg Ratgeb und der Gothaer Altar unseres Herrenberger Malers Heinrich Füllmaurer stehen. Auch auf unserer nächsten Studienreise werden wir uns in Schwaigern und Frankfurt unter anderem Kunstwerken von Jerg Ratgeb widmen, zumal seine lange Schaffenszeit am Herrenberger Altar eine weitere Beschäftigung mit seiner Kunst über das Jubiläumsjahr 2019 hinaus wahrlich rechtfertigt.


Montag, 16.09. bis Mittwoch, 25.09.2019

Studienreise nach Rumänien in Kooperation mit der  ev. Kirchengemeinde Herrenberg

Ausflüge in Siebenbürgen (Schwerpunkt Mediasch – Partnergemeinde der ev. Kirchengemeinde Herrenberg) und in der Region Moldau/Bukowina. Die Reise ist ausgebucht. Zum Programm siehe Kulturkreisheft Frühjahr/Sommer 2019.


Montag, 23.09.2019

Eine frühe Touristin? – „ Die Reise der Frau Lotter aus Herrenberg nach America in den Jahren 1786 bis 1787“

Vortrag von Dr. Katharina Beiergrößlein und Dr. Jürgen Lotterer in Kooperation mit dem Stadtarchiv und der Stadtbibliothek Herrenberg

Auf 117 Oktavseiten schildert die Herrenbergerin Eberhardine Christiane Lotter, wie sie sich am 15. Juni 1786 auf eine einjährige Reise nach Nordamerika  machte: ein mühseliger Landweg nach Rotterdam, eine strapaziöse   Schiffspassage  nach Char­les­ton in South Carolina, die vielfältigen Erlebnisse vor Ort, vor allem das Treffen mit dem ein Jahr zuvor ausgewanderten Ehemann und die Rückkehr ohne Ehemann nach Herrenberg.                                                                                      
Der Reisebericht ist in einer handschriftlichen Kopie eines Nachkommen im Stadtarchiv Stuttgart erhalten. Die beiden Referenten, Historiker am Stadtarchiv Stuttgart, haben nicht nur die Hintergründe recherchiert, den Text  erstmals ungekürzt erfasst und mit einem umfänglichen wissenschaftlichen Anmerkungsapparat versehen, sondern sich auch in einem Nachwort der spannenden Frage der Authentizität des Berichts gewidmet. Daraus ist eine 280-seitige Publikation erwachsen. So werden wir eine Antwort auf die spannende Frage erhalten, warum eine württembergische Kaufmannsfrau am Ende des 18. Jahrhunderts zu einer einjährigen Reise über die Kontinente aufbricht, ihre Kinder zurücklässt, sich tödlichen Gefahren aussetzt und am Ende unversehrt wieder zu Hause eintrifft. Die Auseinandersetzung mit dieser Frage eröffnet zugleich auch einen historischen Blick auf das zeitlose Phänomen der Migration und ihre Folgen.

Zeit und Ort 19.00 Uhr, Stadtarchiv, Marienstr. 21
Gebühr         6,00 €, Mitglieder 5,00 €

Freitag, 11.10.2019

Kunstschätze in Rumänien

Neben einem kurzen Rückblick auf unsere diesjährige Studien -und Begegnungsreise wollen wir uns vor allem mit der Theologie und Kunst beschäftigen, die wir in den orthodoxen Klosterkirchen von Humor, Moldovița, Sucevița und Voroneț kennen gelernt haben. Wie ist diese Kunst zu verstehen, die sich in dieser Grenzregion, wo sich östliches und westliches Christentum überschneiden, entwickelt hat? Der Abend soll unsere schönen Reiseerinnerungen auffrischen. Auch andere Interessierte sind herzlich eingeladen, diese Kulturlandschaft und insbesondere die orthodoxe Ikonographie kennen zu lernen.

Leitung
Zeit und Ort
Elisabeth Kaiser und Christoph Stein
19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
GebührEintritt frei

Mittwoch, 16.10.2019

„Ex Machina – Leonardo da Vincis Maschinen zwischen Wissenschaft und Kunst“

Fahrt mit Führung zur Sonderausstellung im Schloss Hohen­tübingen  – in Kooperation mit der VHS Kayh

Zum 500. Todestag Leonardos präsentiert das Museum der Universität Tübingen eine Sonderausstellung mit knapp 50 Nachbauten der Maschinenentwürfe des „Universalgenies“:

Bildhauer, Maler, Architekt, Ingenieur, Mechaniker, Naturphilosoph und noch viele weitere Bezeichnungen verbindet man mit Leonardo da Vinci. Die Führung nimmt uns mit auf eine Reise durch seine Gedanken, Skizzen und Ideen. Sie lässt uns staunen über die Komplexität seiner Flugapparate, Hebevorrichtungen, Kriegsgeräte und weiterer Modelle. Wir erfahren mehr über den Mann hinter dem weltberühmten Gemälde „Mona Lisa“ und wie seine Ideen und Überlegungen uns heute noch beeinflussen.

Leitung Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung)
Dr. Ulrike Fritz (Führung)
Treffpunkt 13:35 Uhr Bahnhof Herrenberg, Steig 102 (Ammertalbahn)
Rückfahrt nach Vereinbarung
Gebühr 12,- € für Fahrt und Führung, Mitglieder  10,- €
Anmeldung bis Mi., 09.10.2019 bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 15.11.2019

„Mechthild von der Pfalz im Spiegel der Zeit“

Führung durch die Sonderausstellung im Sülchgau-Museum Rottenburg – in Kooperation mit der VHS Kayh

2019 jährt sich der Geburtstag von Mechthild von der Pfalz zum 600. Mal. Aus diesem Grund hat das Hauptstaatsarchiv eine kulturhistorische Ausstellung zusammengestellt, die an die Persönlichkeit und die biografischen Stationen dieser bemerkenswerten Fürstin erinnern soll. Mechthild von der Pfalz gilt als eine der bedeutendsten Frauengestalten in der Geschichte des deutschen Südwestens. Die Tochter des Kurfürsten Ludwig II. von der Pfalz war mit Graf Ludwig von Württemberg († 1450) und in zweiter Ehe mit Erzherzog   Albrecht VI. von Österreich († 1463), dem Bruder des Kaisers, verheiratet.

Als Mutter von Eberhard im Bart hatte Mechthild im Spannungsfeld zwischen Pfalz, Württemberg und Habsburg einen gewichtigen Einfluss. Vor allem aber besaß ihr sogenannter Musen­hof in Rottenburg eine großartige Ausstrahlung als Zentrum von Literatur und Kunst. Mechthild repräsentierte ihren Hof als gebildete Mäzenin und Muse.

Bis heute ist die Erinnerung an Mechthild lebendig geblieben; dies gilt besonders für ihr Wirken in Rottenburg. Daher wird die Ausstellung auch im dortigen Sülchgau-Museum gezeigt.

Leitung Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung)
Führung Peter Ehrmann, Stadtarchivar
Treffpunkt Sülchgau-Museum in der Zehntscheuer, Bahnhofstr. 16 Rottenburg,
14:50 Uhr, individuelle Anfahrt, Mitfahrgelegenheit kann vermittelt werden
Gebühr   8,00 € (Eintritt und Führung) 7,- € Mitglieder
Anmeldung bis Fr., 08.11.2019.bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 20.11.2019

Königin Katharina von Württemberg

Vortrag von Sabine Thomsen –  in Zusammenarbeit mit dem Gleichstellungsbüro der Stadt Herrenberg („Brot und Rosen“)  und der VHS Kayh

Selten wurde um eine Königin so sehr getrauert wie um Katharina, die russische Großfürstin und Königin v. Württemberg. Vor 200 Jahren, im Januar 1819, ist sie völlig überraschend mit nur 31 Jahren verstorben.

Sie war eine bemerkenswerte Frau, deren unermüdliches Wirken für ihr Land und seine Menschen uns heute noch Respekt einflößt. Nur 3 Jahre waren ihr an der Seite ihres Gemahls, König Wilhelms I., beschieden, doch wie viele soziale Einrichtungen hat sie in dieser kurzen Zeit ins Leben gerufen! Bis heute ist Katharina deshalb im Lande nicht vergessen.

Zeit & Ort Festsaal Kayher Kelter, 20.00 Uhr
Gebühr 8,- € , für Mitglieder  6,- €
Anmeldung bei Frau Reinhardt erwünscht, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de
Mitfahrgelegenheiten können organisiert werden

Mittwoch, 27.11.2019

Verfolgung und Widerstand in der NS-Zeit

Besuch des Geschichtsortes Hotel Silber und der Stauffenberg-Ausstellung im Haus der Geschichte Stuttgart – in Kooperation mit der VHS Kayh

Das „Hotel Silber“ ist ein historischer Ort, ein Ort des organisierten NS-Terrors, aber vor allem ein Ort der Polizei. Die Dauerausstellung zeigt diese Geschichte der Kontinuitäten und Brüche und beschäftigt sich mit dem Selbstverständnis der Polizei  in Demokratie und Diktatur. Warum funktionierte der Übergang von der Weimarer Republik in die NS-Herrschaft nahezu reibungslos?

Das „Hotel Silber“ ist seit 2018 ein Ort historisch-politischer Bildung und der Begegnung. Es ist das Ergebnis eines Bürgerbeteiligungsprojekts, das demokratische Werte, Grund-und Menschenrechte vermitteln möchte.

Nach unserer Führung durch den Geschichtsort machen wir uns auf den Weg (ca. 20 Min.) zum „Haus der Geschichte“ und genehmigen uns dort zunächst eine Kaffeepause im Café „Tempus“.

Danach erwartet uns eine Führung durch die zum 75. Jahrestag des Hitler-Attentats neu konzipierte Ausstellung „Attentat. Stauffenberg“. Sie beschäftigt sich vor allem mit Graf Claus von Stauffenberg im Widerstand gegen das NS-Regime. Sein Weg dorthin wird nachgezeichnet und sein Wirken beim Umsturzversuch eingeordnet: der Wandel eines begeisterten Soldaten zu Beginn des Zweiten Weltkrieges hin zum Widerstandskämpfer. Ein weiterer Aspekt des Ausstellungskonzepts ist das Thema Sippenhaft und die Frage danach, wie es den Angehörigen nach dem 20. Juli 1944 erging.

Leitung Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung),
Treffpunkt Führungen vor Ort S-Bahnsteig Herrenberg 13:05,
Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr 15,- € für Fahrt und Führung, Mitglieder 13,- € 
Anmeldung bis Mi., 20.11.2019  bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de  

Freitag, 17.01.2020

„Tiepolo – der beste Maler Venedigs“

Fahrt mit Führung durch die Sonderausstellung in der Staatsgalerie Stuttgart – in Kooperation mit den VHS Jettingen und Kayh

»Der beste Maler Venedigs« – so wurde Giovanni Battista Tiepolo (1696–1770) von seinen Zeitgenossen gefeiert. In Venedig geboren, stieg er zu einem der bedeutendsten Künstler des 18. Jahrhunderts auf, der in Italien ebenso begehrt war wie in Würzburg und Madrid. Anlässlich seines 250. Todestages widmet die Staatsgalerie Stuttgart ihm eine große Ausstellung und präsentiert ihren hochrangigen Bestand im Kontext kostbarer internationaler Leihgaben aus Europa und Übersee. 

Erstmals im deutschsprachigen Raum eröffnet die Schau den Blick auf die gesamte Schaffenszeit Tiepolos und macht die Vielfalt seines Oeuvres anschaulich – von eleganten Gemälden zu Mythologie und Geschichte über dramatische religiöse Bilder bis zu Karikaturzeichnungen und Radierungen. 

Leitung Sabine Protschka (Begleitung), Andreas Pinczewski (Führung)
Treffpunkt S-Bahnsteig Herrenberg 13:05, Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr 24,- € für Fahrt, Führung und Eintritt Mitglieder 20,- € 
Anmeldung bis Fr., 10.01.2019  bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de  

Freitag, 07.02.2020

„Wo ist Afrika?“

Fahrt mit Führung durch die Neupräsentation der Afrika-Sammlungen des Lindenmuseums Stuttgart –  in Kooperation mit der VHS Kayh

Wo ist Afrika? fordert dazu auf, die Afrika-Sammlungen des Museums neu kennen zu lernen.

Ein großer Teil der Objekte aus Kamerun, dem Kongobecken, Mosambik, Nigeria und Tansania gelangte in der Kolonialzeit während des „Wettlaufs um Afrika“ Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Sammlungen. Oft wurden sie als „Trophäen“ auf blutige Weise erbeutet. Die Ausstellung konzentriert sich auf Beziehungen und Bewegungen, die die Objekte über die Zeit erfahren haben. Sie lotet aus, in welche Prozesse sie heute eingebunden sind und welchen Platz sie in der Zukunft vielleicht haben werden. Die Objekte haben Spuren in der Geschichte hinterlassen, doch sind ihr Wissen und ihre Lehren darin nicht immer vollends erkannt .Sie machen deutlich, wie wir bis heute in ein koloniales Denken verstrickt sind. So wollen sie zu einem Denken über eine globale Staatsbürgerschaft anregen, die auf einem „uns“ und „wir“ basiert. Die Ausstellung, die sich bemüht, die eurozentrische Perspektive aufzugeben, begrüßt die Besucher mit den Worten: „Du bist hier, also denk daran, das ist nicht Afrika.“ Damit rückt sie die kulturelle Kreativität in den Fokus und ermöglicht eine realistische Annäherung an die „afrikanische Kultur“ aus historischer und ästhetischer Sicht.

Leitung Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung),
Treffpunkt Führung vor Ort S-Bahnsteig Herrenberg 13:35,
Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr 17,- € für Fahrt, Eintritt und Führung, Mitglieder 15,- € 
Anmeldung bis Fr., 31.01.2020  bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de  

Dienstag,18.02.2020  

Wandelaltäre

Vortrag von Frau Dr. Elsbeth Wiemann – in Kooperation mit der „Spitalkirche – Ort der Begegnung“

Der Brauch, den Altartisch mit gemalten oder geschnitzten Aufsätzen zu schmücken, wird erst mit dem Ende des 14. Jahrhunderts verbindliche Konvention. Zur ständigen Kirchenausstattung gehörend, haben die nach deutschem Sprachgebrauch auch kurzerhand »Altäre« genannten Retabel jedoch keinerlei Funktion innerhalb der Liturgie. Wandelaltäre, die durch ein Flügelpaar oder mehrere Flügelpaare sowohl geschlossen wie geöffnet werden können, also entsprechend unterschiedliche Schauseiten bieten, stellen einen Sondertypus dieser Retabel dar. Ihr Verbreitungsgebiet ist im Wesentlichen auf die deutschen Gebiete, die Niederlande und das Baltikum beschränkt.

Anhand von exemplarischen Werken wird der Vortrag die Entwicklung des Flügelaltars von den Anfängen um 1300 bis hin zu ihrem Höhepunkt am Ende des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts vorstellen. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei dem von Jerg Ratgeb für die Stiftskirche in Herrenberg geschaffenen, 1519 datierten Herrenberger Altar sowie dem Gothaer Tafelaltar, den der Herrenberger Maler Heinrich Füllmaurer um 1538 mutmaßlich im Auftrag von Herzog Ulrich ausführte. Dabei soll dargelegt werden, wie beide Künstler – auf jeweils unterschiedliche Weise – den spätgotischen Altartypus in direktem Bezug zur Aufstellungssituation innovativ weiterführten.

Zeit und Ort  19.00 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr  6,- €, Mitglieder  5,- €  

Dienstag,10.03.2020

Christian Wagner als prophetischer Dichter für unsere Zeit

Vortrag von Dr. Axel Kuhn

Der Warmbronner Dichter Christian Wagner (1835 – 1918) hat mit seinen Büchern und Schriften ein bedeutendes literarisches Erbe hinterlassen. Seine freie Denkungsart, sein seelenvolles Naturverständnis, seine – für die Zeitgenossen nicht immer bequemen – ethischen Überzeugungen erweisen sich auch noch heutzutage als aktuell, in mancher Hinsicht sogar als visionär. Wagner setzte sich für eine friedvolle Zukunft ein, in der alle Menschen im Einklang mit der Natur und in Verantwortung für künftige Generationen leben. „Schonung alles Lebendigen“ ist das Grundprinzip im Leben und Werk dieses außergewöhnlichen Dichters.

Der Referent war in seiner aktiven Berufszeit Hochschullehrer für neuere Geschichte in Stuttgart und ist Vorsitzender der Christian-Wagner-Gesellschaft in Leonberg-Warmbronn.

Im Anschluss findet die Mitgliederversammlung des Kulturkreises statt, zu der eine besondere Einladung ergeht.

Zeit und Ort 19.00 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr Eintritt frei  

Vorschau

Donnerstag, 23.04.20,  –  Sonntag, 26.04.20

Auf Erkundungstour in Deutschlands Mitte – Teil 2:

Frankfurt am Main

Genau zwei Jahre nach unserer schönen Entdeckungsfahrt durch Nordhessen soll es im kommenden Frühjahr in den südlichen Teil Hessens gehen. Wir planen eine viertägige Fahrt  nach Frankfurt. Die Mainmetropole ist nicht nur die fünftgrößte Stadt Deutschlands und ein Banken-, Geschäfts- und Verkehrszentrum von Weltrang, sie hat auch kulturell mehr als genug zu bieten: eine beeindruckende Fülle großartiger Kunstmuseen  (besonders das Städel ), den Dom, in dem über 500 Jahre die deutschen Könige gewählt und seit 1562 auch zum Kaiser gekrönt wurden, sowie die Paulskirche, in der 1848 das erste frei gewählte deutsche Parlament tagte; vom Goethehaus und von Sachsenhausen mit seinen gemütlichen Ebbelwoi-Kneipen ganz zu schweigen. Dazu ein aktuelles hochinteressantes, aber heftig diskutiertes Bauprojekt: Zwischen Dom und Römer, dem Rathaus, sind mehr als ein Dutzend im Krieg zerstörte und durch nüchterne Zweckbauten ersetzte Altstadthäuser in weitgehend alten Formen wiedererstanden. Bilden wir uns doch ein eigenes Urteil über Frankfurts Neue Altstadt!

Auch diesmal wollen wir wieder den Bogen so weit spannen, wie wir es von früheren Reisen gewohnt sind. Geplant ist ein Ausflug in die Römerzeit: Etwa 30 km nördlich von Frankfurt liegt die Saalburg – dieses zu Beginn des 20. Jh.s wieder aufgebaute Römerkastell vermittelt wie kein anderes einen lebendigen Eindruck vom Leben an der Nordgrenze des Römischen Reiches. Ein Besuch in Darmstadt, das viele Jahrhunderte lang neben Kassel die zweite Hauptstadt Hessens, und zwar des südlichen Teiles, war, soll unsere Reise beschließen: In den Jahren ab 1899 schufen hier Maler und Architekten mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Mathildenhöhe eines der schönsten und bedeutendsten Zentren des Jugendstils weltweit.

Gleichzeitig bietet die Reise eine wunderbare Gelegenheit, an das Leben und das Werk Jerg Ratgebs zu erinnern. Auf dem Weg nach Frankfurt wollen wir in Schwaigern bei Heilbronn in der dortigen Stadtkirche den Barbara-Altar, ein Frühwerk des Malers, besichtigen. In Frankfurt selbst erwarten uns im Karmeliter-Kloster Ratgebs  meisterliche Fresken, die er in seiner Frank­furter Zeit malte, bevor er dann 1517 in Herrenberg mit der Neugestaltung des Hochaltars im Chorraum beauftragt wurde. Wie schon bei unserer ersten Hessenreise heißt es also auch diesmal zum Schluss
An  Hessen führt kein Weg vorbei!

Die Anmeldung zu der Reise kann erst mit der Ausschreibung im neuen Programmheft Anfang Januar 2020 erfolgen.