PROGRAMM

Frühjahr und Sommer 2021

Die Vielzahl der vorliegenden Programmpunkte zeugt von der vorsichtigen Vorfreude auf das kommende Jahr, in dem wir trotz mancher andauernder Einschränkungen doch zunehmend unserem Bedürfnis nach kulturellen Angeboten Nahrung geben wollen. Zunächst setzen wir die Reihe der Vorträge in der Spitalkirche fort. Für die wärmeren Monate wird die Möglichkeit für kleinere Exkursionen angeboten, wobei die individuelle Anfahrt bzw. die Organisation von kleinen Fahrgemeinschaften die Regel sein wird. Bitte beachten Sie für Änderungen die Hinweise im Amtsblatt und im „Gäuboten“.

Für den Herbst hoffen wir, wieder „normal“ planen zu können. Möglichst bald soll die üblicherweise im Frühjahr stattfindende Mitgliederversammlung nachgeholt werden,  vielleicht auch die für 2020 geplante Studienreise nach Frankfurt, wobei hier eine kurzfristige Planung schwierig sein dürfte. Der Kulturkreis möchte dann auch mit einem Vortrag dazu beitragen, ein bisher unbekanntes Mönchberger Jubiläum bekannt zu machen. Dank der genauen Untersuchung einer Urkunde für Gültstein durch unseren ehemaligen Stadtarchivar Dr. Roman Janssen kann die Erstnennung Mönchbergs, dessen tatsächliche Entstehung 1120-1125 anzusetzen ist, auf den 26. März 1296   (also 2021 genau vor 725 Jahren) fixiert werden, nicht erst 1347 wie bisher angenommen. Vielleicht ein Grund für die Mönchberger und Mönchbergerinnen, sich über ein unerwartetes Zeugnis der  langen historischen Existenz ihres Wohnortes zu freuen!


Mittwoch, 20. 01. 2021

Charlotte, Württembergs letzte Königin

Vortrag von Sabine Thomsen, Historikerin  – in Kooperation mit der VHS Kayh

Im Jahr 2021 wird in Württemberg auf vielfältige Weise des letzten Königs Wilhelm II. gedacht, der vor genau 100 Jahren in Bebenhausen gestorben ist. Es sind Ausstellungen, Vorträge und eine Buchneu­er­scheinung geplant. Damit rückt auch seine Gemahlin, Königin Charlotte aus dem Hause Schaumburg-Lippe, wieder mehr in Erinnerung. Sie hat ihn lange überlebt, starb erst nach dem 2. Weltkrieg – da war das Königreich Württemberg längst Vergangenheit und die ehemalige Königin nur noch bei ihren Bebenhäuser Nachbarn bekannt und verehrt. Charlotte tat sich anfangs schwer „im Ländle“ und in ihrer neuen Rolle als Königin und zweite Ehefrau des verwitweten Königs, auch weil ihre Ehe kinderlos blieb und ganz Württemberg auf einen Thronfolger wartete. Wie sie mit Humor und Tatkraft viele Widrigkeiten überwand und eine allseits geachtete Königin wurde, nach der heute noch viele Einrichtungen im Lande benannt sind, wird das Thema des Vortrags sein.

Zeit und Ort20.00 Uhr, Kelter Kayh, Festsaal
Gebühr 10,- €, Mitglieder  8,- €
Anmeldungbis Mittwoch, 13.01.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 05. 02. 2021

Vor 150 Jahren: Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71

Vortrag von Dr. Wolfgang Mährle – in Kooperation mit  der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Während des Deutsch-Französischen Krieges wurde am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses Versailles der preußische König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser proklamiert. Der symbolische Gründungsakt des Deutschen Reiches – im juristischen Sinn existierte der deutsche Nationalstaat bereits seit dem 1. Januar 1871 – ist durch mehrere Historiengemälde von Anton von Werner fester Bestandteil des kollektiven Gedächt­nisses der Deutschen geworden.

Für das Königreich Württemberg stellte die Gründung des Deutschen Reiches einen tiefen Einschnitt dar. Die südwest­deutsche Monarchie, bisher ein souveräner Staat, bildete nun einen Bundesstaat des föderativ aufgebauten, jedoch von Preußen dominierten Reiches.

150 Jahre nach den historischen Ereignissen rekonstruiert der Vortrag aus württembergischer Perspektive die militärischen und politischen Entwicklungen, die 1870/71 zur Gründung des Deutschen Reiches führten. Das Referat zeigt zudem auf, wie Krieg und Reichsgründung in Württemberg von den Zeitgenossen erlebt und später erinnert wurden.      

Der Referent ist Kurator der aktuellen Ausstellung im Haupt­staatsarchiv Stuttgart  „Nation im Siegesrausch. Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71“.

Zeit und Ort 19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr8,- €,  Mitglieder  6,- €
Anmeldungbis Freitag, 29.01.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 04.03.2021

Die gemeinsamen Wertvorstellungen der westlichen Staatenwelt

Themenabend mit Dr. Klaus Hammer – in Kooperation mit der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Freiheit (Menschenrechte), Gleichheit (Rechtsstaat) und Brüderlichkeit (Sozialstaat) sind nicht erst Forderungen der Französischen Revolution gewesen, sondern bereits in der christlich-jüdischen Tradition angelegt. Ebenso verhält es sich mit der Gemeinwohlorientierung sowie der Friedfertigkeit und Toleranz gegenüber Andersdenkenden. Letztere gehören zu den Voraussetzungen für einen funktionierenden Pluralismus und die in ihm geltenden demokratischen Spielregeln. Dass all diese Werte sich erst ab dem Aufklärungszeitalter ziemlich mühsam in Europa und Nordamerika durchzusetzen begannen und bis heute in anderen Kulturkreisen keine Selbstverständlichkeit darstellen, wird der Vortrag thematisieren.

Zeit und Ort19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr8,- €,  Mitglieder  6,- €
Anmeldung bis  Donnerstag, 25.02.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 17. 03. 2021

Mehr als „die Frau an seiner Seite“: Elly Heuss-Knapp

Vortrag von Dr. Gudrun Kruip  – in Kooperation mit der VHS Kayh  u. der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Elly Heuss-Knapp – war das nicht die Frau des ersten Bundespräsidenten? Das war sie, aber darüber hinaus war sie auch eine Frau mit eigenen persönlichen und politischen Schwerpunkten. Schon vor über 100 Jahren führte Elly Heuss-Knapp ein modernes Leben, verband Familie und Beruf, engagierte sich sowohl karitativ als auch politisch und stellte sich immer wieder neuen Herausforderungen. Gleichzeitig vertrat sie traditionelle frauenpolitische Positionen.

Der Vortrag zeigt ihren Spagat zwischen Tradition und Moderne: Vorgestellt wird eine selbstständige junge Frau um 1900, die nach 1933 mit innovativen Werbespots die Rundfunkwerbung revolutionierte und als erste First Lady der Bundesrepublik dieses „Amt“ bis heute prägt. Insbesondere aus der Gründung des Müttergenesungswerkes durch Elly Heuss-Knapp leiten ihre Nachfolgerinnen die Verpflichtung ab, sich ebenfalls für soziale Belange einzusetzen.

Der Vortrag wird durch einige Videos zu den Werbespots von Elly Heuss-Knapp aufgelockert.

Dr. Gudrun Kruip ist Mitarbeiterin der Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss- Haus Stuttgart

Zeit und Ort20.00 -21.15 Uhr, Kelter Kayh, Festsaal
Gebühr 5,- €
Anmeldungbis Mittwoch, 10.03.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 24. 03. 2021

Hass, Hetze, Mord

Das Attentat auf Matthias Erzberger vor 100 Jahren.

Vortrag von Dr. Christopher Dowe – in Kooperation mit  der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Ein politischer Mord erschütterte 1921 die junge Weimarer Republik. Eine rechte antirepublikanische Geheimorganisation hatte den ehemaligen Vizekanzler und Reichsfinanzminister Matthias Erzberger im Schwarzwald ermordet. Hass und syste­matische Hetze waren diesem Terroranschlag vorausge­gangen. Warum der württembergische Katholik und demokra­tische Zentrumspolitiker Matthias Erzberger zu Beginn der Weimarer Republik so verhasst war, zeigt der Referent und beleuchtet dabei zentrale Konfliktlinien der deutschen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts.

Dr. Christopher Dowe arbeitet als Historiker im Haus der Geschichte Baden-Württemberg. Er hat u.a. die Ausstellung der Erinnerungsstätte Matthias Erzberger im Geburtshaus des Politikers in Münsingen-Buttenhausen kuratiert und eine Erzberger-Biografie verfasst.

Zeit und Ort19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr8,- €,  Mitglieder  6,- €
Anmeldungbis Mittwoch, 17.03.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 23. 04. 2021

Streuobstspaziergang über die Kayher Flur

mit Peter Sindlinger, Vorsitzender des Obst- und Gartenbau­vereins Herrenberg-Kayh – in Kooperation mit der VHS Kayh 

Unser Spaziergang führt uns in die Kayher Streuobstwiesen, die den Ort malerisch umkränzen. Ihren Namen verdanken sie den hochstämmigen Obstbäumen, die „verstreut“ auf den Grundstücken stehen und nach dem 30jährigen Krieg den Weinbau ablösten. Die Obstwiesen bieten nicht nur zu jeder Jahreszeit einen wunderschönen Anblick, sondern auch über 5 000 Tier- und Pflanzenarten einen unersetzlichen Lebensraum in Bäumen, Hecken, im Gras und im Boden. Da sich viele Streuobstwiesen vom Schönbuchtrauf steil hinunter zum Ortsrand erstrecken, bedeutet deren Bewirtschaftung viel schweißtrei­bende (Hand-)Arbeit. Nicht umsonst bekam der Kayher Abschnitt des Herrenberger Streuobstpfades den Namen „Zwischen Blütenrausch und Muskelkater“!

An den verschiedenen Stationen unseres kulturhistorischen Spazierganges erfahren wir viel über den früheren Weinbau, über Geschichte und Gegenwart des Obstbaus, über die Tier- und Pflanzenwelt und den ganz praktischen Alltag und die Mühen der Obstbauern.

Zeit 15.00 -17.00 Uhr
TreffpunktHeimatmuseum „Seegersches Häusle“, Hauptstraße 17, 14:50 Uhr
Gebühr 5,- €  
Anmeldungbis Freitag, 16.04.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Dienstag, 04. 05. 2021

Nelson Mandela und Desmond Tutu. Reformatoren des 20. Jahrhunderts

Vortrag von Pfarrerin Heike Bosien ­- in Kooperation mit  der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Kaum eine andere Person hat die Geschicke Südafrikas mehr geprägt als Nelson Mandela. Desmond Tutu war die kirchliche Stimme gegen das System der Rassentrennung. Anhand beider Figuren lässt sich der Weg Südafrikas von der Apartheid bis zur heutigen Zeit nachzeichnen. Doch wie werden diese beiden Reformatoren des 20. Jahrhunderts heute in Südafrika beurteilt? Und was beschäftigt das Land heute?

Zeit und Ort 19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr8,- €,  Mitglieder  6,- €
Anmeldungbis Dienstag, 27.04.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 07. 05. 2021

Ida Kerkovius, der Hölzel-Kreis und das Bauhaus

Vortrag mit Bildern von Barbara Honecker, M.A.

 – in Kooperation mit der VHS Kayh

»Meine Welt ist die Farbe, in ihr kann sich meine Phantasie ganz entfalten« war das Leitmotiv von Ida Kerkovius (1879?-1970). Als Meisterschülerin von Adolf Hölzel an der Stuttgarter Akademie ist die »Kerko«, wie sie genannt wurde, bis heute in Erinnerung. Schon 1903 war sie bei dem großen Lehrer an der Dachauer Künstlerkolonie, ab 1908 dann bei ihm in Stuttgart. Hölzel, der sie später zu seiner Assistentin machte, wusste ihre Eigenheit zu schätzen: »Sie macht meine Lehre, aber komisch, sie macht ganz andere Sachen.« Zwischen 1920 und 1923 studierte die Künstlerin in den Wintersemestern am Bauhaus in Weimar, wo sie besonders von Wassily Kandinsky und Paul Klee inspiriert wurde. Das Leben und Werk der Künstlerin, ihr Lehrer Hölzel und sein Kreis, aber auch das Bauhaus in den Jahren 1920 – 23

werden im Vortrag thematisiert. Auch auf die Bauhaus-Mappen, die bis September 2020 in der Staatsgalerie Stuttgart ausgestellt waren, geht die Referentin ein. Die Mappen enthalten die ersten graphischen Publikationen der Meister des Bauhauses zwischen 1921 und 1924.

Zeit und Ort20.00 Uhr, Kelter Kayh, Festsaal
Gebühr 10,- €,  Mitglieder  8,- €
Anmeldungbis Freitag, 30.04.2021,  
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Samstag, 08.05.2021

Schönbuchtrauf- und Weinbergtour

Weinberg-Spaziergang rund um Breitenholz  – in Kooperation mit der VHS Kayh

Bei einem kurzweiligen und informativen Spaziergang rund um die Weinberge von Breitenholz erfahren wir vom Biowinzer Thomas Speer viel Wissenswertes über Schönbuch und Gäu. Der Blick über das Gäu, zur Wurmlinger Kapelle und zur Burg Hohen­zollern wird uns begeistern. Wir beschließen die Tour im 26 Ar großen Weinberg in Steillage, wo Thomas Speer in Handarbeit die Rebsorten Kerner, Spätburgunder, Dornfelder und Regent kultiviert. Hier genießen wir zum Abschluss Weine aus eigenem biozertifizierten Anbau mit einem kleinen Vesper.

Die Route ist ca. 2 km lang, überwindet 150 Höhenmeter und dauert ca. 1,5 h. Festes Schuhwerk wird empfohlen.

Zeit 15.00 -17.00 Uhr
TreffpunktBreitenholz, Albvereinshäusle, Müneckstraße,
am Ortsausgang rechts (individuelle Anfahrt)
Gebühr     Version 1: 19,- € (Führung inkl. Verkostung)
Version 2: 10,- € (nur Führung, je nach Coronalage)
Anmeldungbis Samstag, 01.05.2021,  
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 20.05.2021

Eine Königin am Limit – Hatschepsut übernimmt den Pharaonenthron

Vortrag von Dr. Ulrike Fritz – in Kooperation mit der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

An diesem Abend erfahren Sie mehr über Hatschepsut, die eine der herausragenden weiblichen Persönlichkeiten des altägyptischen Neuen Reiches war. Schon ihr Eigenname „Die Amun umarmt, die Erste unter den Frauen“ zeigt, welche bedeutende Rolle sie in der Geschichte einnahm. Sie bekommen einen Einblick in die 20 Jahre ihrer friedlichen Herrschaft. Dazu gehört die legendäre Puntexpedition; gleichzeitig wurden zahlreiche bemerkenswerte Denkmäler wie der Terrassentempel in Deir el-Bahari, die Rote Kapelle im Karnaktempel und ein Felstempel im Steinbruch von Gebel es-Silsile erbaut. Umstritten ist, mit welchen Mitteln sie Königin wurde – war die Thronbesteigung legal oder illegal?

Die Referentin ist Ägyptologin und Mitarbeiterin am MUT (Museum der Universität Tübingen), Vorstand für Public Relations von Yalla e.V.- Kulturaustausch mit Ägypten

Zeit und Ort19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr8,- €,  Mitglieder  6,- €
Anmeldung  bis Donnerstag, 13.05.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Dienstag, 08. 06. 2021

Von den Kelten bis zum 19.Jahrhundert

Ein Spaziergang in Nagold durch 2500 Jahre württembergischer

Geschichte mit Eckhart Kern – in Kooperation mit der VHS Kayh

Kaum eine Stadt in Württemberg bietet auf so engem Raum eine derartige Vielfalt geschichtlicher Zeugnisse wie Herren­bergs Nachbarstadt Nagold. Eckhart Kern, der frühere Leiter des Schickhardt-Gymnasiums und intime Kenner der Nagolder Geschichte, wird uns auf einem nachmittäglichen Spaziergang vier bedeutende Kapitel aus der Geschichte seiner Heimatstadt vorstellen: Am Fürstengrabhügel „Krautbühl“ zu Füßen der Burg Hohennagold am Zusammenfluss von Waldach und Nagold die Keltenzeit, auf dem Friedhof um die Remigiuskirche am Lemberg die Römerzeit und das frühe und hohe Mittelalter sowie im  Zeller-Mörike-Garten an der Emmingerstraße die Zeit vor der Gründung des Deutschen Reiches. Hier erwartet uns auch nach so viel Geschichte eine Erfrischung in Form von Kaffee und Gebäck.

Da die zu besuchenden Ziele doch etwas weiter voneinander entfernt sind, schlagen wir vor, dass sich kleine Fahrge­meinschaften bilden.  Die Ziele „Krautbühl“ und Remigiuskirche wollen wir vom Parkhaus in der Waldachpassage aus „erwandern“ (einfache Strecke ca. 1,2 km), danach mit den PKWs in die Emmingerstraße fahren und im Zeller-Mörike-Garten den Tag ausklingen lassen.

Zeit und Ort13.30 Uhr, Parkhaus in der Waldachpassage
Ende gegen 18.00 Uhr
Gebühr8,- €, Mitglieder 6,- €
(Kaffee / Gebäck sind individuell zu bezahlen)
Anmeldungbis Dienstag, 01.06.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 18. 06. 2021

Fast vor unserer Haustür: Entringen

Ortskundlicher Spaziergang mit Reinhold Bauer in Kooperation mit der VHS Kayh

Von 1805 bis zum Jahr 1938 gehörte Entringen politisch zum Oberamt Herrenberg, kirchlich bis heute zum evangelischen Dekanat Herrenberg. Diese Verbindung soll mit unserem ortsgeschichtlichen Spaziergang belebt und bereichert werden. Wir beginnen unseren Rundgang am Bahnhof, von dem aus sich seit der Eröffnung der Ammertalbahn 1909/10 das Bahnhofsviertel in Richtung Ortskern entwickelte. Weiter geht es zur Zeppelinstraße, wo sich von Süd nach Nord ein alemannischer Reihengräberfriedhof erstreckte. Auf dem Weg zum Ortskern werden wir an die 1945 durch einen Bombenabwurf zerstörte Turnhalle erinnert und gehen über die „Mädlesbrück“ weiter zum ehemaligen „Milchhäusle“ und zu den „Rollengassen“. Wir hören von einem seltsamen Hirschessen auf Hohenentringen im Januar 1943 und gelangen schließlich zum eigentlichen Ortskern mit Zehnthof, Michaelskirche, Pfarrhaus, ehem. Schulhaus, Rathaus und dem Bebenhäuser Pfleghof. Der Michaelskirche gilt am Ende unseres Rundganges unsere besondere Aufmerksamkeit.

Zeit 16.00 -17.45 Uhr  
TreffpunktBahnhof Ammerbuch-Entringen 15.55 Uhr (individuelle Anfahrt)
Gebühr 10,- €,  Mitglieder 8,- €
Anmeldungbis Freitag, 11.06.2021,  
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 30.06.2021

HIC SAXA LOQUUNTUR  – Hier sprechen die Steine

Eine etwas andere Lateinstunde – ohne Masken- und Notenzwang

Volker Bäume führt  in Rottenburg in die Kunst des Lesens von Inschriften ein

Vor dem Sumelocenna Museum in Rottenburg am Stadtgraben unter dem  Parkhaus stehen ganz unterschiedliche Gebilde aus Stein: Sie zeigen Götter und Menschen und sind mit Inschriften in lateinischer Sprache versehen. Es handelt sich um Altäre, um Grabsteine oder um Weiheinschriften. Das eindrucksvollste Monument ist eine sogenannte Jupitergigantensäule. Da man aber auch schon vor 1800 Jahren sparen musste, enthalten die meisten Inschriften viele Abkürzungen. So wie wir heute beim Chatten mit Freunden via Smartphone nur schreiben „LG“ und damit „Liebe Grüße“ meinen, kürzte man den Hinweis „Diesen Grabstein ließ … setzen“ einfach mit „F C“ ab. Dann wusste jeder, der an diesem Grabstein vorbeiging, wer sich hier für seine Angehörigen verantwortlich fühlte. Diese Abkürzungen sind in der Tat auch für denjenigen, der glaubt, gut Latein zu können, schwer zu entziffern. Den Zugang zu diesen geheimnisvollen Zeichen wollen wir uns erarbeiten und die Steine zum Sprechen bringen. Dabei sind Lateinkenntnisse nicht unbedingt nötig. Die Steine erzählen uns auch so viel über das Leben vor 1800 Jahren in der römischen Provinz Obergermanien.

Wir treffen uns vor dem Museumseingang. Nötig sind Schreib­zeug und eine feste Unterlage.   Auf einem  Bummel danach durch Rottenburg können wir den Spuren eines der bedeutendsten Dichter sowohl der neulateinischen als auch der schwäbischen Sprache folgen,  Josephus  Apellus, sein schwäbischer Name Sebastian Blau. Eigentlich aber hieß er Josef Eberle.

Zeit und Ort15.00 Uhr, vor dem Museum Sumelocenna Rottenburg
(individuelle Anfahrt, Fahrgemeinschaften)
Gebührfrei
Anmeldungbis Mittwoch, 23.06.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 08. 07. 2021

Kunstschreiner, Stararchitekt und Universitätsprofessor
– die Familie Schickhardt/Schickard in Herrenberg

Vortrag und Führung von Dr. Michaela Bautz – in Kooperation mit  der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Im Stammbaum der Familie Schickhardt/Schickard gibt es eine ganze Reihe  von Männern, die auf den  verschiedensten Fach­-

­­ge­bieten Bedeutendes leisteten. Diese Veranstaltung befasst sich mit Heinrich  Schickhardt dem Älteren (1464-1540), in dessen Werkstatt das Chorgestühl der Stiftskirche entstand, mit seinem Enkel Heinrich Schickhardt dem Jüngeren (1558-1635), dem aus bescheidenen Anfängen eine erstaunliche Karriere als Architekt

am württembergischen Hof gelang, und mit dessen Neffen Wilhelm Schickard (1592-1635), einem sehr vielseitig begabten Mann, der unter anderem die erste mechanische Rechen­maschine erfand.

Wir treffen uns zunächst in der Spitalkirche zu einem einführenden Vortrag über die Familie Schickhardt/Schickard. Danach machen wir uns zu Fuß auf den Weg, um einige Orte in Herrenberg aufzusuchen, an denen die Familie lebte und wirkte. Dabei werden wir in der Stiftskirche das Chorgestühl betrachten, anschließend zur Propstei sowie zu den Orten des Geburts- und des Wohnhauses von Heinrich Schickhardt d.J. gehen. Die Referentin hat sich im Rahmen ihrer Stadtführertätigkeit ausführlich mit der Familie Schickhardt beschäftigt und auch schon früher entsprechende Führungen angeboten.

Zeit und Ort16.00 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr8,- €,  Mitglieder  6,- €
Anmeldungbis  Donnerstag, 01.07.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 15. 07. 2021

Die Göppinger Stadtkirche – ein Bau der Reformation und Renaissance in neu entdeckter Einmaligkeit

Vortrag von Ulrich Zimmermann – in Kooperation mit der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Nicht nur in Göppingen, sondern an vielen Orten Württembergs  und der Grafschaft Mömpelgard finden wir Bauten Heinrich Schickhardts des Jüngeren (1562-1635). Wegen seiner umfassenden Begabung als Baumeister und Ingenieur gern „schwäbischer Leonardo“ genannt, war er vielleicht der wichtigste und unge­wöhn­lichste Baumeister der Renaissance in Südwestdeutsch­land. Zwei Italienreisen nutzte er, um den „neuen“ Baustil zu studieren. Es gab bereits Neubauten   protestantischer Kirchen in Deutschland. Beim Bau der Göppinger Stadtkirche, an der sein Bruder Philipp Dekan war,  perfek­tionierte  Schickhardt diese Architektur, die speziell die Anforderungen an einen evangelischen Gottesdienst erfüllen sollte. Es wurde die größte protestantische Querkirche Europas.  Vieles Ursprüngliche ist heute noch erkennbar, auch wenn die Kirche 1772 verändert wurde.                                                                  

Als lang­jähriger Stadtkirchenpfarrer von Göppingen und in seinem Ruhestand hat sich der Referent intensiv mit der Geschichte dieser Kirche beschäftigt. Er wird einen Einblick geben in die religiösen und damit auch verbundenen baulichen Veränderungen nach der Reformation im Südwesten und zeigen, wie Architektur ein Meisterwerk sein kann, wenn Bau, Geist und Funktion einander bedingen und eine Einheit bilden.

Zeit und Ort19.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr 8,- €,  Mitglieder  6,- €  
Anmeldungbis Donnerstag, 08.07.2021,  
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855,  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de