PROGRAMM

Herbst und Winter 2021/22

An der Leitbild-Umfrage der Stadt Herrenberg, die auch an die Vereine gerichtet war, habe ich mich als Vorsitzende des Kulturkreises beteiligt. Auf die Frage nach den zentralen Herausforderungen für Herrenberg bis 2035 habe ich unter anderem geschrieben:

„Alles Neue ist behutsam anzugehen und das Alte in seinem Kern nicht zu verfälschen. Die Stadt beruht auf Menschen, die in ihr wohnen bzw. gewohnt haben, auf Menschen, die in der Vergangenheit zu ihrer Entwicklung, zur allgemeinen menschlichen Entwicklung beigetragen haben. Die Erinnerung an sie gilt es wachzuhalten, ebenso wie auch die Erforschung vergangener Entwicklungen, Krisen, ihrer Bewältigung oder ihres Scheiterns gefördert werden muss. Das „Wohin“ ist nicht ohne das „Woher“ möglich.“ In diesem Sinn sind auch unsere Bemühungen für das neue Programm zu sehen. Wir sind voller Hoffnung, dass Sie die Angebote, die sich auch auf verschiedene Jahrestage und Jubiläen  in diesem Jahr beziehen, nutzen wollen. Das „Können“ richtet sich leider nach wie vor nach den Corona- Regelungen. Bitte informieren Sie sich im Amtsblatt, „Gäubote“ oder auf unserer Homepage, ob es Veränderungen oder Absagen gibt und wie die Bestim­mungen bezüglich der „drei Gs“ und des Maskentragens sind. Aus diesem Grund ist immer eine Anmeldung notwendig. Wir freuen uns, viele von Ihnen bei den geplanten Veranstaltungen oder auch der hoffentlich stattfindenden Mitgliederversammlung wiederzusehen. 

Mittwoch, 15.09.2021

Schloss Arenenberg und Kartause Ittingen

Tagesexkursion an den südlichen Bodensee

Beide Ziele liegen in der malerischen Bodenseelandschaft des schweizerischen Thurgaus. Schloss Arenenberg ist der Ort, den Hortense Beauharnais, die Stieftochter und Schwägerin Napoleons I. und Mutter des späteren Kaisers Napoleon  III., für ihr Exil wählte. Zusammen mit ihrem Sohn gelang es ihr nach 1815, ihre Salons zu einem politischen und gesellschaftlichen Treffpunkt von Weltruf zu machen. Das Haus mit seinen schönen Räumen im Empire-Stil beherbergt ein Museum, das ihrer Familie und ihrer Zeit gewidmet ist. Es zeigt bis zum Oktober anlässlich des Todesjahrs von Napoleon I. die Sonderausstellung „1821 – Napoleons Ende: St. Helena, Arenenberg und die Geburt einer Legende“. Der Spaziergang durch die herrlichen Parkanlagen bietet Möglichkeiten zur Erholung und Mittagsrast. Am frühen Nachmittag geht die Fahrt weiter in den nahen Ort Warth, wo sich innerhalb einer großen, seit über 900 Jahren bestehenden, oft veränderten und erweiterten Anlage das ehemalige Kartäuserkloster Ittingen befindet – heute Begegnungs- und Bildungszentrum, land­wirtschaftlicher Musterbetrieb, Hotel und Restaurant sowie Ort zweier Museen.  Wir werden das Museum besuchen, das die Geschichte der Kartäuser darstellt, die ehemaligen Häuschen der Mönche um die Kreuzgänge, die Gemeinschaftsräume, die herrliche Barockkirche, bei Wunsch auch das Kunstmuseum, und den Besuch mit einem Spaziergang durch die Gärten und einem „Kaffee“ im Mühlenrestaurant  abschließen.

Leitung     Elisabeth Kaiser (Einführung und Begleitung) Führungen vor Ort bzw. Audiogeräte je nach Coronalage
Treffpunkt7.35 Uhr Hallenbad (7.10 Uhr Deckenpfronn Betriebshof) – Rückkehr gegen 20 Uhr
Gebühr     65, – € (Nichtmitglieder 75,- €)  für Fahrt (Reisebus Däuble), Eintritte, Führungen, Überweisung bitte auf Vereinskonto                                           
Anmeldungverbindlich bis Mittwoch, 01.09.2021
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 22.09.2021

Charlotte, Württembergs letzte Königin

Vortrag von Sabine Thomsen, Historikerin  – in Kooperation mit der VHS Kayh

Im diesem Jahr wird in Württemberg auf vielfältige Weise des letzten Königs Wilhelm II. gedacht, der vor genau 100 Jahren in Bebenhausen gestorben ist. Es sind Ausstellungen, Vorträge und eine Buchneu­er­scheinung geplant. Damit rückt auch seine Gemahlin, Königin Charlotte aus dem Hause Schaumburg-Lippe, wieder mehr in Erinnerung. Sie hat ihn lange überlebt, starb erst nach dem 2. Weltkrieg – da war das Königreich Württemberg längst Vergangenheit und die ehemalige Königin nur noch bei ihren Bebenhäuser Nachbarn bekannt und verehrt. Charlotte tat sich anfangs schwer „im Ländle“ und in ihrer neuen Rolle als Königin und zweite Ehefrau des verwitweten Königs, auch weil ihre Ehe kinderlos blieb und ganz Württemberg auf einen Thronfolger wartete. Wie sie mit Humor und Tatkraft viele Widrigkeiten überwand und eine allseits geachtete Königin wurde, nach der heute noch viele Einrichtungen im Lande benannt sind, wird das Thema des Vortrags sein.

Zeit und Ort20.00 Uhr, Kelter Kayh, Festsaal
Gebühr 10,- €, Mitglieder 8,- € bis Mittwoch, 15.09.2021
Anmeldungbei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Samstag, 25.09.2021

Zu Besuch bei den Fuggern in Augsburg

Tagesexkursion

Die zweite herbstliche Exkursion führt uns ebenfalls über die Landesgrenze, aber auch diesmal bleiben wir im alemannisch-schwäbischen Sprachgebiet. Die Stadt am Lech blickt auf eine bewegte und z.T. glanzvolle Geschichte zurück: Sie war fast ein halbes Jahrtausend Hauptstadt der römischen Provinz Rätien, ist seit der Römerzeit Bischofssitz und heute die Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben. Vor ihren Toren schlug Otto der Große im Jahr 955 die Ungarn auf dem Lechfeld, in ihr fanden mehrere Reichstage statt, die seit dem 16. Jh. den Namen der Stadt untrennbar mit der Reformation verbinden. Von Augsburg aus erschufen die beiden Kaufmannsfamilien der Fugger und der Welser ihre mächtigen Handels- und Finanz­imperien. In diesem Jahr feiert man in Augsburg eine besondere Hinterlassenschaft der Familie Fugger: Am 23. August 1521 unterzeichnete Jakob Fugger, genannt der Reiche, den Stiftungsbrief für die „Fuggerei“, die älteste noch bestehende Sozialsiedlung der Welt. Wir werden sie und viele andere eindrucksvolle weltliche und kirchliche Bau- und Kunstwerke aus dem Mittelalter und der Renaissance auf zwei geführten Stadt­rundgängen kennenlernen.  In der seit der Römerzeit mit Italien durch die Via Claudia Augusta verbundenen Stadt werden wir bestimmt auch gastronomisch auf unsere Kosten kommen – sei es mediterran oder schwäbisch-bayerisch..

Leitung   Volker Bäume (Einführung und Begleitung)
TreffpunktFührungen vor Ort 7.00 Uhr Hallenbad (6.30 Uhr Deckenpfronn Betriebshof) – Rückkehr gegen 20.30 Uhr
Gebühr     72, – € (Nichtmitglieder 82,- €)  für Fahrt (Reisebus Däuble), Eintritte, Führungen, Überweisung bitte auf Vereinskonto
Anmeldungverbindlich bis Freitag, 10.09.2021
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 29.09.2021

Ernst Ludwig Kirchner. Tierleben in den Davoser Alpen

Fahrt mit Führung zur Sonderausstellung in der Städt. Galerie

Bietigheim-Bissingen – in Kooperation mit der VHS Kayh

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938) ist als Mitbegründer der Künstlergruppe »Die Brücke« einer der bekanntesten Expressionisten der Klassischen Moderne. Gezeichnet vom Ersten Weltkrieg, kam er 1917 erstmals nach Davos in die Schweizer Alpen, wo er sich kurz darauf dauerhaft niederließ und bis zu seinem Tod bleiben sollte. Tiere und Hirten zählten zu seinen ersten Motiven: Er fotografierte, zeichnete, malte und schnitt sie in Holz, außerdem wurden sie ihm zu Vorlagen für Textilarbeiten. Seine Landschaftspanoramen und seine Dar­stellungen von Nutztieren mit ihren Hirten und Bauern basierten stets auf genauer Beobachtung. Kühe auf der Stafelalp, Berghänge voller Schafe und Ziegen inmitten hochalpiner Landschaft – Kirchner zeigt sie uns als Teil einer Herde und als Individuen, in Ruhe und vor allem in Bewegung. Durch eine expressive Malweise und Farbigkeit verlieh Kirchner ihnen eine große Eindringlichkeit. Er gilt damit als ein großer Erneuerer der Malerei der Alpen. Die Tierdarstellungen Kirchners in den ver­sammelten Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen, Druckgra­fiken, Stickereien und Skulpturen waren noch nie Thema einer eigenen Ausstellung. Auch Kirchners reger Austausch mit Künstler­kollegen wird anhand ausgewählter Werke vorgestellt.  

Außer in Kirchners Werk bekommen wir noch einen kurzen Einblick in die Sammlung „Von Vierbeinern, Federvieh und Flügelwesen“, die wir dann in Eigenregie besichtigen können. Nach dem Besuch der Ausstellung besteht die Gelegenheit, die sehenswerte und malerische Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Auch ein individueller Besuch der Ausstellung „Orange“ im Heimatmuseum „Hornmoldhaus“ ist zu empfehlen, in der es um Farbe und Lebensgefühl der 1960er/1970er Jahre geht.

Leitung   Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung), Führung vor Ort
TreffpunktS-Bahnsteig Herrenberg 12.35 Uhr Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr18,- € (20,-€ Nichtmitglieder) für Fahrt, Eintritt und Führung
Anmeldungbis Mittwoch, 22.09.2021  
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de  

Mittwoch, 06.10.2021

Friedrich Hölderlin in Lauffen am Neckar

Tagesfahrt mit Führungen im Museum und in der Stadt – in Kooperation mit der VHS Kayh

Mit mehr als einem Jahr Verspätung nach dem 250. Geburtstag Hölderlins wurde das renovierte Geburtshaus in Lauffen a.N. nun eröffnet und lädt zu einer Begegnung mit einem der bedeu­ten­d­sten deutschen Dichter ein.

Das historische Haus, 1750 vom Großvater des Dichters erbaut, konnte durch eine aufwändige und kostspielige Sanierung weit­gehend in seiner ursprünglichen Form erhalten und zum modernen Museum umgestaltet werden. In vier Ausstellungs­räumen präsentiert das Hölderlinhaus zahlreiche Facetten der Persönlichkeit des sprachgewaltigen Dichters: den Freund, den Erfinder, den Utopisten, den Liebhaber sowie zwölf weitere Aspekte.

Nach der Führung durch das Hölderlinhaus und einer  Mittags­einkehr erwartet uns eine Führung durch die Stadt, die immer wieder das Thema „Hölderlin“ aufgreift, z.B. der „Hölderlin-Kreisel“ des Künstlers Peter Lenk, das Hölderlin-Denkmal und die Regiswindiskirche.

Leitung   Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung), Führung vor Ort
TreffpunktS-Bahnsteig Herrenberg 09.05 Uhr geplante Rückkehr 18.44 Uhr
Gebühr25,- € (28,-€ Nichtmitglieder) für Fahrt, Eintritt und Führungen
Anmeldungbis Montag, 27.09.2021
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de  

Freitag, 08.10.2021

Vor 150 Jahren: Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71

Vortrag von Dr. Wolfgang Mährle – in Kooperation mit der Evang. Erwachsenenbildung im Kirchenbezirk Herrenberg

Während des Deutsch-Französischen Krieges wurde am 18. Januar 1871 im Spiegelsaal des Schlosses Versailles der preußische König Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser proklamiert. Der symbolische Gründungsakt des Deutschen Reiches – im juristischen Sinn existierte der deutsche Nationalstaat bereits seit dem 1. Januar 1871 – ist durch mehrere Historiengemälde von Anton von Werner fester Bestandteil des kollektiven Gedächt­nisses der Deutschen geworden.

Für das Königreich Württemberg stellte die Gründung des Deutschen Reiches einen tiefen Einschnitt dar. Die südwest­deutsche Monarchie, bisher ein souveräner Staat, bildete nun einen Bundesstaat des föderativ aufgebauten, jedoch von Preußen dominierten Reiches.

150 Jahre nach den historischen Ereignissen rekonstruiert der Vortrag aus württembergischer Perspektive die militärischen und politischen Entwicklungen, die 1870/71 zur Gründung des Deutschen Reiches führten. Das Referat zeigt zudem auf, wie Krieg und Reichsgründung in Württemberg von den Zeitgenossen erlebt und später erinnert wurden.      

Der Referent war Kurator der  Ausstellung im Haupt­staatsarchiv Stuttgart  „Nation im Siegesrausch. Württemberg und die Gründung des Deutschen Reiches 1870/71“.

Im Anschluss findet die Mitgliederversammlung des Kulturkreises statt, zu der eine besondere Einladung ergeht.

Zeit und Ort 19.00 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
GebührEintritt frei
Anmeldung bis Freitag, 01.10.2021
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Montag, 18.10.2021

Wald, Wiese, Weltmarkt: Ernährung in Württemberg 1750-1800

Vortrag von Dr. Daniel Menning – in Kooperation mit der Evang. Erwachsenenbildung und dem Stadtarchiv Herrenberg 

In unserer Vorstellung der vormodernen Ernährung finden sich häufig zwei sehr unterschiedliche Bilder: Auf der einen Seite Völlerei und insbesondere große Fleischmengen für wenige Reiche, auf der anderen Seite karge Kost, dominiert von Brot und Getreidebrei für Arme. Der Vortrag möchte den unterschiedlichen Ernährungsmöglichkeiten in Württemberg in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nachgehen. Hierbei werden der Ursprung der Lebensmittel, ihre Verarbeitung zu spezifischen regionalen Speisen sowie zeitgenössische Aspekte von Nachhaltigkeit untersucht. Wie bunt, wie global, wie ausbeuterisch war die Ernährung in Städten wie Herrenberg am Vorabend der Moderne? Wie fremd sind uns die Speisen vergangener Generationen heute geworden?

Dr. Daniel Menning lehrt und forscht am Seminar für Neuere Geschichte der Universität Tübingen.

Zeit und Ort19.00 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr6,- €,  (Nichtmitglieder  8,- €)
Anmeldungbis  Montag, 11.10.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 20.10.2021

Hechingen – ehemalige Synagoge und jüdischer Friedhof

Halbtagsexkursion in Zusammenarbeit mit der VHS Kayh und der Evang. Erwachsenenbildung  Herrenberg 

Unsere Erkundung des jüdischen Lebens in Württemberg beginnt auf dem etwa 350 Jahre alten jüdischen Friedhof im Norden Hechingens. In diesem „Haus des Lebens“, wie ihn die Juden bezeichnen, sind wir umgeben von unzähligen Grabmalen – 1050 noch identifizierbaren und vielen, die nicht mehr zu identifizieren sind. Die Größe des Friedhofs weist auf die Bedeutung der jüdischen Gemeinde hin, die mit fast 800 Personen um 1850 nahezu ein Viertel der damaligen Stadtbe­völkerung ausmachte. So wurde die 1776 errichtete Synagoge, die zweite Station unserer Exkursion, nach mehreren Umbau­phasen Ende des 19.Jahrhunderts ein großer, repräsentativer Bau. Ihr  schönes, spätklassizistisches Aussehen konnte  nach den schweren Beschädigungen 1938 durch die Restaurierung in den achtziger Jahren wieder sichtbar gemacht werden. Wir erfahren dort viel über die jüdische Geschichte Hechingens und das Leben von Persönlichkeiten, die das wirtschaftliche und kulturelle Leben über lange Zeit prägten, über Madame Kaulla , die die Grundlagen des Bankwesens in Deutschland legte, über viele Hechinger Unternehmer, die Hechingen  zu einem Zen­trum der Textilindustrie Württembergs machten. Sie alle waren so  wie Jakob Levi oft durch ihre Stiftungen für  Schulwesen und Sozialein­richtungen Wohltäter der gesamten Stadt,  da ihnen „das Wohl der Stadt über alles ging“.  Ein Spaziergang zu ehemals jüdischen Wohn- und Geschäftshäusern könnte sich noch anschließen. Die Synagoge ist heute Kulturzentrum der Stadt und wird betreut und mit einem großen Veranstaltungs­programm ausgestattet durch Mitglieder der Initiative und des Vereins Synagoge Hechingen, zu denen auch unser Führer, der Tübinger Historiker Benedict von Bremen gehört. Hinweis: Für den Besuch des Friedhofs wird festes Schuhwerk empfohlen. Ebenso ist ein Cafébesuch in der Hofkonditorei Röcker geplant.

Leitung   Elisabeth Kaiser, Dorothea Hünemörder (Begleitung), Benedict von Bremen (Führung)
Treffpunkt13.00 Uhr Hallenbad Herrenberg, (12.30 Uhr Deckenpfronn Betriebshof) Rückkehr spätestens 19.00 Uhr
Gebühr   30, – € (Nichtmitglieder 33,- €) für Fahrt (Reisebus Däuble), Eintritt, Führung
Anmeldungverbindlich bis Mittwoch, 13.10.2021
bei Frau Reinhardt,Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 29.10.2021

725 Jahre Mönchberg – die Gründungsgeschichte

Vortrag von Dr. Roman Janssen – in Kooperation mit der VHS Kayh und der Evang. Erwachsenenbildung  Herrenberg 

Bisher wurde eine Urkunde von 1347 als „Gründungsdatum“ des Ortes Mönchberg angenommen. Bei der Aufarbeitung der mittelalterlichen Geschichte Gültsteins befasste sich Dr. Roman Janssen, ehemaliger Herrenberger Stadtarchivar, mit einer Urkunde von 1296, bei der es um Weinlieferungen des Klosters Hirsau an die Pfalzgrafen von Tübingen als Gegenleistung für Holzrechte im Schönbuch geht. Auf der Außenseite dieser Urkunde entdeckte Dr. Janssen einen Registraturvermerk, der ohne jeden Zweifel den erwähnten „Hof“ der Abtei als Klösterchen mit Kirche, Mönchshaus und Wirtschaftsbetrieb identifiziert. Dr. Janssen nennt diese Identifizierung einen „großen Glücksfall“. Sie entspricht genau der Entstehung von Mönchberg als Gründung eines Hirsauer Ablegers auf dem Berg auf Gültsteiner Gemarkung zum Zwecke der Weinkultivierung. Demnach wird die als spezieller Gültsteiner Teilort entstandene Siedlung „Mönchberg“ urkundlich nachweisbar in diesem Jahr 725 Jahre alt.

Zeit und Ort 19.00-20.30 Uhr, Ev. Gemeindehaus Mönchberg, Brunnenstr. 2
GebührEintritt frei, Spende erbeten
Anmeldungbis Freitag, 22.10.2021,
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 11.11.2021

„Fashion?! Was Mode zu Mode macht“

Fahrt mit Führung zur Großen Landesausstellung in Stuttgart – in Kooperation mit der VHS Kayh

Die Große Landesausstellung „Fashion?! Was Mode zu Mode macht“ präsentiert kritisch und zugleich unterhaltsam Themen rund um Modeproduktion, -konsum und Nachhaltigkeit und veranschaulicht die Vielschichtigkeit des Phänomens Mode.

Die Ausstellung zeigt Modegeschichte von den 1950er Jahren bis heute. Darunter Entwürfe bekannter Designer*innen wie Jean Paul Gaultier und Vivienne Westwood oder Klassiker der Modehäuser Chanel, Dior und Saint Laurent. Fashion-Magazine, Modefotografen und Social-Media-Aufritte einflussreicher Influencer*innen geben einen Einblick in die Modekommunikation. Auch Originalkleidung der Mode-Ikone David Bowie sowie Street­style-Mode und Alltagskleidung sind Teil der großen Schau.

Leitung   Ute Tallafuss (Begleitung), Führung Dr. Daniela Goeller, Kunsthistorikerin
TreffpunktS-Bahnsteig Herrenberg 15.35 Uhr Rückkehr gegen 19.30 Uhr
Gebühr20,- € (22,-€ Nichtmitglieder) für Fahrt, Eintritt und Führung
Anmeldungbis Sonntag, 07.11.2021 
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de  

Donnerstag, 11.11. / 18.11. / 25.11.2021

Die Kirchen im Nationalsozialismus zwischen Anpassung und Widerstand

Seminar mit Christoph Rau, Pfarrer i.R. – in Kooperation mit der  Evang. Erwachsenenbildung  Herrenberg 

Wenn wir an die Rolle der Kirchen im Nationalsozialismus denken, fallen vielen Widerstandskämpfer wie Dietrich Bonhoeffer oder Alfred Delp ein. Aber waren die Kirchen wirklich Orte der Opposition oder gar des  Widerstands gegen Hitler? Ließen sie sich konsequent leiten vom Evangelium Jesu, das jedem Menschen Wert und Würde gibt, oder ließen sie sich mitreißen von politischen Stimmungen? Im Seminar soll es um theologische und kirchenpolitische Strömungen gehen, die zur Entstehung der Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche führten, um Anpassung und Widerstand der Kirchen­leitungen bzw. einzelner Christenmenschen. Auch der Kirchen­kampf in Württemberg und Herrenberg soll zur Sprache kommen.

11.11. 2021 Die Kirchen nach dem 1.Weltkrieg auf der Suche nach neuer Identität. Völkische und Dialektische Theologie

18.11.2021 Die Entstehung der Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche. Kirchenkampf, Barmer Bekenntnis

25.11. Der Kirchenkampf in Württemberg und Herrenberg. Widerstand und Widerstandskämpfer am Beispiel von Dietrich Bonhoeffer.

Zeit und Ort Immer Donnerstag, 09.30-11.30 Uhr, Spitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr25,- € für alle drei Angebote
Anmeldungmit Namen und Telefonnummer bei der Evang. Erwachsenenbildung , Tel. 07032-32783, e-Mail: eb.herrenberg@elkw.de

Mittwoch, 17.11.2021

Wilhelm II. – König von Württemberg

Fahrt mit Kuratorenführung durch die Sonderausstellungen im Hauptstaatsarchiv und StadtPalais Stuttgart – in Kooperation mit der VHS Kayh

Anlässlich des 100. Todestages von König Wilhelm II. von Württemberg im Oktober 2021 haben Hauptstaatsarchiv und StadtPalais – Museum für Stuttgart es sich zur Aufgabe gemacht, einen neuen Blick auf den letzten Monarchen von Württemberg zu werfen, und  eine große Sonderausstellung „Wilhelm II. – König von Württemberg“ vorbereitet. Vor dem Hintergrund der sich radikal ändernden Welt im 19. und frühen 20. Jahrhundert werden Fragen an Haltung, Funktion und Befugnisse der Monarchie gestellt. Welche Aufgaben blieben dem letzten Monarchen in diesen spannenden Zeiten?

Die Ausstellungen zeigen die prägendsten Stationen im Leben König Wilhelms II.: angefangen von der glücklichen Kindheit im Prinzenpalais, der Studienzeit in Tübingen und Göttingen, der Karriere des Thronanwärters beim Militär, über die eigentliche Regierungszeit als König von Württemberg bis hin zum einfachen „Herzog“ nach dem Ende der Monarchie 1918. Dabei wird der Blick auf Wilhelm II. in seiner historischen Rolle zwischen Pflicht und Kür im Privaten und Öffentlichen geschärft.

Das vielfältige Begleitprogramm hat bereits im Januar mit Gesprächen, Diskussionen und Workshops über die Württem­bergische Monarchie und ihre Könige begonnen. Das ganze Jahr 2021 soll ein Diskursjahr über Erinnerungskultur werden über das Deutsche Reich und über die Skulpturengruppe von König Wilhelm II. mit seinen Spitzhunden.

Das Besondere an unserem Ausstellungsbesuch ist, dass wir vom Kurator der Ausstellung, Herrn Dr. Albrecht Ernst vom Hauptstaatsarchiv Stuttgart, geführt werden. Im Hauptstaats­archiv beginnt auch unsere ca. 90minütige Führung, die dann im StadtPalais fortgesetzt wird.

Leitung Dorothea Hünemörder, Elisabeth Kaiser (Begleitung), Führung Dr. Albrecht Ernst
TreffpunktS-Bahnsteig Herrenberg 12.35 Uhr Rückfahrt nach Vereinbarung
Gebühr24,- € (26,-€ Nichtmitglieder) für Fahrt, Eintritt und Führung
Anmeldungbis Montag, 10.11.2021 
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 19.01.2022

 „Tränen des Künstlers“: Friedensreich Hundertwasser und die Einflüsse der jüdischen Herkunft auf sein Werk

Vortrag von Dr. J. Hahn – in Kooperation mit der VHS Kayh und der  Evang. Erwachsenenbildung  Herrenberg 

Tränen gehören als feste Symbole zum Werk Friedensreich Hundertwassers (1928-2000). Seine Persönlichkeit ist geprägt von den Kindheitserfahrungen im nationalsozialistischen Österreich. Die Mutter des als Friedrich Stowasser 1928 in Wien geborenen Künstlers war Jüdin. Nicht nur Hundertwassers Großmutter und Tante, mit denen er und seine Mutter nach der Zwangsübersiedlung in einer Wohnung gelebt hatten, wurden „abgeholt“ und im Konzentrationslager umge­bracht. Mehr als 80 weitere Verwandte fielen der Naziherrschaft zum Opfer. „Ich habe das Gefühl, als ob all die ermordeten Menschen aus der Familie meiner Mutter mich dazu ausersehen und beauftragt haben, etwas Bedeutendes zu tun, das so stark und groß (stärker und größer) sein soll als das, was sie alle hätten zusammen tun können, würden sie noch leben“ (Hundertwasser 1979).

Der Referent ist Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Württemberg sowie Sprecher der Arbeitsgemeinschaft „Alemannia Judaica“. Er hat zahlreiche Publikationen zur jüdischen Geschichte in Baden-Württemberg erstellt.

Zeit und Ort 20.00 Uhr, Kelter Kayh, Festsaal
Gebühr  8,- € (Nichtmitglieder 10,- €)  
Anmeldungbis Mittwoch, 12.01.2022  
bei Frau Reinhardt, Tel. 07032-508855  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de