PROGRAMM

Herbst / Winter 2022/2023

Wertschätzung des Alten, Vertiefung des Bekannten und Entdeckung des Neuen finden sicherlich im erneuten und überarbeiteten Angebot der diesjährigen Studienreise statt, auch in der Exkursion ins Zabergäu nach unserem Ausflug nach Heilbronn im Frühjahr. Der orthodoxen Kunst sind wir seit unserer Studienreise nach Rumänien auf der Spur. Ungelöstes  zur Stiftskirche, weitere Beschäftigung mit einer Herrenberger Persönlichkeit, Antworten auf Fragen bei der Exkursion nach Hechingen sollen einige Vorträge bringen. Wie immer gilt es, auch Angebote zu aktuellen Sonderausstellungen in unserem Raum wahrzunehmen. Und für den Fall, dass Angebote wieder eingeschränkt werden müssen, wollen wir mit einer Reihe “Herrenberg Intensiv“ im Freien entgegenwirken, zu der sich auch noch ein literarischer Spaziergang gesellt hat. Die Möglichkeit, mit einem Besuch der großen Ausstellung über die Normannen  ein tolles Beispiel für kulturelle Vernetzung im Europa des Mittelalters zu erleben, wollen wir uns nicht entgehen lassen. Bitte denken Sie daran, bei Ihrer Anmeldung auch Ihre Telefonnummer zu hinterlassen.

Freitag, 09.09.2022

Herrenberg Intensiv I: Von Mühlhausen nach Herrenberg

Führung Elisabeth Kaiser

Die Suche nach den Anfängen Herrenbergs muss außerhalb der Stadtmauern beginnen. Hinter der Tennishalle finden wir die Reste der Kirchhofs- und Friedhofsmauer des Dorfes Mühlhausen, das sich etwas unterhalb  am sanften Hang zum Ammertal hin befand. Die Bewohner Mühlhausens wie die des mittelalterlichen Reistingen – eines weiteren alamanni­schen Dorfes  jenseits der Horber Straße  im heutigen Seele – folgten um 1200 dem Ruf der Pfalzgrafen von Tübingen, sich unterhalb ihrer Burg niederzulassen, wie archäologische Aus­grabungen beweisen. Dem Plan von Heinrich Schickhardts Besitzungen im Umkreis Herrenbergs folgend, können wir den Verlauf das alten Gültsteiner Weges erkennen, auch die Lage des heidnischen alamannischen Friedhofs bestimmen und uns mit einem Blick ins Ammertal an die einst wirtschaftlich bedeu­tenden Ammermühlen erinnern. Mühlhausens Kirche, zunächst Pfarrkirche für Herrenberg, wurde noch lange genutzt, der Friedhof bis weit in die Neuzeit hinein, bis Vogt Heß 1749 den heutigen Stadtfriedhof anlegen ließ. Der Spaziergang führt uns am Eisweiher und am unteren Gutleuthaustäle vorbei die Gült­ste­iner Straße hinauf, dort wo in Feldern und Gärten demnächst Herrenberg Süd entsteht. Den Namen der Besitzer der durch­aus prächtigen Villa auf der Höhe finden wir mehrfach auf Grabsteinen im Stadtfriedhof wieder, wo wir noch andere alte Herrenberger Familiennamen entdecken, war der Friedhof doch bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Nutzung.  Der Erkundungsgang endet in der „Tübinger Vorstadt“ am Hasenplatz mit Blick auf Stadtbefestigung und Altstadt.

Zeit 15.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr  
Treffpunktoberer Parkplatz, Tennishalle Herrenberg
Gebühr frei  
Anmeldungbis Montag, 05. 09.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855  
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Dienstag, 13.09.2022

Tagesfahrt in die Heuss- und Weinstadt Brackenheim

Die Erkundung der Geburtsstadt unseres ersten Bundes­prä­sidenten, einschließlich der Gaumenfreuden, denen auch er nicht abgeneigt war, bringt uns in das vorherbstliche Zabergäu.

Brackenheim als größte Weinbaugemeinde Württembergs bie­tet eine Altstadt mit historischem Ambiente und liebevoll restau­rierten Fachwerkhäusern. Es lohnt sich wirklich, unter fachkun­diger Führung über die Entwicklung der seit der Gemeinde­reform in den 70er Jahren aus 8 Stadtteilen bestehenden Stadt etwas Genaueres zu erfahren.

Wenn auch das Geburtshaus von Prof. Dr. Theodor Heuss nicht mehr erhalten ist, so zeugt doch der  Besuch im Museum (mit Kurzführung) von der herausragenden Persönlichkeit des großen Staatsmannes und Literaten.

Aber wer bringt nicht diese Persönlichkeit auch in Verbindung mit dem von ihm geschätzten Rebensaft. Mit 840 Hektar An­bau­fläche nennt sich die Heuss-Stadt auch die größte Rotwein­gemeinde Deutschlands, insbesondere mit der ausdrucks­starken Traubensorte Lemberger. Nach einem gemeinsamen Mittagessen in einer Besenwirtschaft geben die ‚Herbsteinblicke bei den Weingärtnern Stromberg-Zabergäu‘ weitere Informa­tionen. Unter fachkundiger Leitung geht der Weg durch den Keller mit Verkostung einer kleinen Auswahl.

Leitung Günther Ansel und örtliche Führungen
Treffpunkt8:00 Uhr Hallenbad (7:30 Uhr Deckenpfronn Betriebshof Däuble)
weitere Zustiege auf Anfrage – Rückkehr gegen 20:00 Uhr
Gebühr55, – € (Nichtmitglieder 60,- €) für Fahrt (Reisebus Däuble)
Eintritte und Führungen Überweisung bitte auf das Vereinskonto: DE36 6039 1310 0009 9120 02
Anmeldungverbindlich bis spätestens So., 28.08.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 28.09.2022

Literarischer Spaziergang im Herbst

Spaziergang mit Vortrag von Gabi Weber-Urban

 in Zusammenarbeit mit der VHS Kayh

Gönnen Sie sich eine kleine Auszeit vom Alltag. Ein Spaziergang in angenehmer Gesellschaft im Herrenberger Stadtgebiet und an seiner Peripherie ist eine Wohltat für den Körper und schenkt neue Energie. Für Geist und Seele gibt es dazu Gedichte und kleine Geschichten, die an ausgewählten Orten rezitiert werden. Thematischer Schwerpunkt ist der Herbst. Lassen Sie sich überraschen von bekannten und unbekannten Gedichten, die an ausgewählten Stellen vorge­tragen werden. Der Spaziergang dauert – inklusive der Lesepausen – maximal 1,5 Stunden. Treppenstufen sollten mühelos bewältigt werden können.

Auf Anfrage kann eine transportable Sitzgelegenheit zur Verfügung gestellt werden.

Zeit14.30 Uhr bis ca. 16.00 Uhr
TreffpunktMarktplatz Herrenberg
Gebühr8,-€ (Nichtmitglieder 10,- €)
Anmeldungbis Mittwoch, 21.09.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 06.10.2022

„Ben Willikens. Raum und Gedächtnis“

Fahrt mit Führung im „Schauwerk“ Sindelfingen in Zusammenarbeit mit der VHS Kayh

Ben Willikens zählt zu den wichtigsten Protagonisten der deutschen Gegenwartskunst und ist vor allem bekannt für seine großformatigen Grisaille-Bilder von fiktiven Räumen. Neben selten gezeigten, surreal anmutenden Zeichnungen der 1960er-Jahre ist seine eindrückliche Serie der Anstaltsbilder zu sehen, ergänzt durch Fotografien und Fotostudien der 1970er-Jahre. Auch Willikens´ Bühnengestaltungen werden thematisiert. Ein Ausstellungshighlight ist sein Schlüsselwerk  Abendmahl  (1976/79), aus dem sich seine Gegenräume entwickelten. In den Arbeiten der späten 2010er-Jahre tauchen neben der Farbe auch malerische Elemente auf. Einen vorläufigen Abschluss bildet eine Werkgruppe, die während des Lockdowns der Corona-Pandemie ab dem Frühjahr 2020 entstand.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und umfasst über 100 Arbeiten.

LeitungDorothea Hünemörder (Begleitung), Führung vor Ort
TreffpunktBhf. Herrenberg, Gleis 1 (Regionalbahn) 13:55 Uhr
Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr12,- € (14,- € Nichtmitglieder) für Fahrt und Führung (maximal 12 Teilnehmer)
Anmeldungbis Do., 29.09.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Freitag, 07.10.2022

Herrenberg  Intensiv  II: Orte der Herrschaft

Führung  Dr. Michaela Bautz

Wo stehen die im Mittelalter wichtigsten, zum Teil auch sehr eindrucksvollen Gebäude der jungen Stadt? Auf der Suche nach den Menschen, die in Herrenberg etwas zu „sagen“ hatten – der frühe „Geldadel“, die spätmittelalterliche Ehrbarkeit – starten wir am Marktplatz. Wie sah der Vorgängerbau des heutigen Rathauses aus, Ort der Ratsitzungen und des Gerichts, wie viel Altes steckt nach den großen Stadtbränden noch in den prächtigen Häusern der Kaufleute? Wo saßen die Vertreter der herrschaftlichen Verwaltung unter den Württem­bergern, wo die „Pfleger“ und die Geistlichkeit der Stiftskirche? Wer baute  die Stiftskirche oder ließ sie bauen, wo begegnen uns die Herrschenden und Stiftenden, wo diejenigen, die in beson­derer Weise für ihre künstlerische Entwicklung verant­wortlich waren? Und welche Geheimnisse birgt die Alte Propstei?  Von der herrlichen Lage der Burg der Pfalzgrafen von Tübingen auf dem vorgelagerten Bergrücken, die auch strategisch und wirtschaftlich einiges zu bieten hatte, können wir uns nach dem Aufstieg entlang der Stadtmauer gut überzeugen, auch wenn einiges an Phantasie nötig ist, um die einstigen Gebäudeteile anhand von einigen Mauerresten und Kennzeichnungen identifizieren zu können.

Zeit15.00 Uhr bis ca. 16.30 Uhr
TreffpunktMarktplatz Herrenberg
Gebührfrei
Anmeldungbis Samstag, 01.10.2022 bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Studienreise: Donnerstag, 13.10., bis Sonntag, 16.10.2022

Frankfurt, Saalburg, Darmstadt: Vom Römer zum Jugendstil

Unter diesem Motto bot der Kulturkreis vor 3 Jahren zum ersten Mal eine mehrtägige Exkursion in den südlichen Teil Hessens an. Diese sollte die gelungene Studienfahrt nach Nordhessen mit den beiden alten Hauptstädten Marburg und Kassel ergänzen und unser Bild von Baden-Württembergs nördlichem Nachbarn noch etwas bunter gestalten. Corona zerstörte diesen Plan. Wir aber lassen uns nicht entmutigen und bieten die Fahrt ins südliche Hessen in leicht veränderter Form noch einmal an. Geplant ist folgender Ablauf:

Donnerstag, 13.10.

7.00 Uhr Abfahrt Herrenberg Hallenbad – Fahrt nach Darmstadt. Besichtigung des zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Jugendstilkomplexes Mathildenhöhe. Mittagspause in eigener Regie im Zentrum Darmstadts. Besichtigung der von

F. Hundertwasser entworfenen Wohnanlage „Waldspirale“. Weiterfahrt nach Frankfurt,  Bezug unseres in Sachsenhausen in Mainufernähe gelegenen Hotels Maingau. Abendessen im Sachsenhäuser Traditionslokal „Fichtekränzi“.

Freitag, 14.10.

Vormittags  geführter Stadtrundgang vom Dom durch die „Neue Altstadt“ zum Römer und zur Paulskirche. Gelegenheit zum Mittagessen in eigener Regie, danach Besichtigung des Goethe­hauses und des neuen Romantikmuseums. Danach Möglichkeit zu einer Kaffeepause und zum Bummeln. Gemein­samer Spaziergang zum Abendessen  in einem anderen typisch­en Sachsenhäuser Lokal, dem „Gemalten Haus“.

Samstag, 15.10.

Nach dem Frühstück Busfahrt zur Saalburg bei Bad Homburg im Taunus. Besichtigung des fast vollständig wiederauf­ge­bauten römischen Limeskastells. Danach Gelegenheit zum Mittagessen im römischen Ambiente, in der Taberna. Rückfahrt nach Frankfurt und ab 15 Uhr Besuch der Sammlung  heraus­ragender Skulpturen von der Antike bis zur Neuzeit im Liebieghaus am Mainufer. Gelegenheit zu einer Kaffeepause im Museumscafé und zu einem Mainuferspaziergang. Abendessen im Hotel.

Sonntag, 16.10. 

Nach Frühstück und Kofferverladen gemeinsamer Spaziergang zu Frankfurts bedeutendstem Kunstmuseum, dem „Städel“. Besuch der Gemäldeausstellung, die Bilder vom Mittelalter bis zur Moderne enthält. Ab 12 Uhr Gelegenheit zum Mittagessen in Eigenregie, z.B. im Städel selbst oder in der nahen Umgebung, entweder in Sachsenhausen oder auf der Frankfurter Mainseite. Um 15.30 Uhr Rückfahrt ab dem Städel-Museum nach Herrenberg, Ankunft dort gegen 19 Uhr.

LeitungVolker Bäume, Elisabeth Kaiser
Gebühr500,- € (Nichtmitglieder 540,- €) pro Person im Doppelzimmer
im Einzelzimmer 600,- € (Nichtmitglieder 640, €)
LeistungenBusfahrt (Fa. Däuble)
3 Übernachtungen mit Frühstück vom 13. – 16.10. im Maingau Hotel
Schifferstr. 38-40, 60594 Frankfurt a. M., Tel. 069/60914-0
3 Abendessen in Restaurants in Sachsenhausen
Eintritte, Führungen
Überweisung auf das Vereinskonto für Studienreisen: DE36 6039 1310 0009 9120 10
Anzahlung von 200,- € nach der Anmeldung
Anmeldungab sofort bei Frau Reinhardt nur schriftlich:
Hildrizhauser Straße 1, 71083 Herrenberg per Post
oder
e-mail: erkenheid.r@t-online.de (+ zur Info: Tel. 508855)

Donnerstag, 27.10.2022

Wilhelm Schickhard – Multitalent des 17. Jahrhunderts

Vortrag von Albrecht Braun –  in Zusammenarbeit mit dem Schickhardt-Gymnasium Herrenberg

Im Dreikometenjahr 1618 beauftragte Herzog Johann Friedrich Wilhelm Schickard, ein Werk über die Kometen zu verfassen. Offensichtlich war der junge Pfarrer in Nürtingen, nach Vikariat in Herrenberg und Kirchheim, eine Kapazität jenseits der Theologie. Tatsächlich hatte er sich schon während seines  Studiums in Tübingen als Sprachwissenschaftler, Mathematiker und Astronom und in seinem bedeutenden Freundeskreis, dem auch Kepler angehörte, einen Ruf als vielseitiger Gelehrter erworben. Seiner „Cometenschrift“ – schon mit ihren von ihm selbst angefertigten Abbildungen ein Wunderwerk zum Anschauen – folgte die Anstellung als Professor für orienta­lische Sprachen, später auch für Astronomie in Tübingen. Darüber hinaus erweiterte er das Universitätsangebot um „moderne“ Fächer wie Architektur, Hydraulik, Optik, Zeichnen und Mechanik. Forschung in der Mathematik zur Vereinfachung des Rechnens führte zum Bau der Rechenmaschine, weitere Untersuchungen zu Grundlagen der Astronomie zur Herstellung des „Astroscopiums“, einer einfach herzustellenden, anschau­lichen Darstellung des Sternhimmels. Die Reisen zur Begut­achtung der Lateinschulen im Lande führten ihn mit neuen Kenntnissen zu Geografie und Landvermessung zur Erstellung von Landkarten, die für lange Zeit Geltung hatten.

Auf dem Gemälde in der Galerie der Tübinger Professoren, das Schickard im Jahr 1632 zeigt – im Schickhardt-Gymnasium hängt eine Kopie an prominenter Stelle – hält er ein Gerät in der Hand, anhand dessen er seinen Studenten den Lauf der Planeten erklärte. Herr Braun, der sich als Kustos der Nürtinger Turmbibliothek intensiv mit der „Cometenschrift“ beschäftigt hat, wird diese auch zum Hauptthema seines Vortrags machen, der durch Beiträge von Schülerinnen aus dem Astronomiekurs ergänzt wird.

Zeit19.00 Uhr
TreffpunktMusiksaal, Schickhardt-Gymnasium Hbg., Längenholz 2
GebührSpende
Anmeldungbis Do., 20.10.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 27.10.2022

„Böblinger Bilderbogen 1900 bis 1950: Vergangenheit in Farbe.“

Mit den Zeitzeugen Reinhold Nägele und Fritz Steisslinger auf Streifzügen durch Böblingen – eine Spurensuche in Schlaglichtern

Fahrt mit Führung zur Sonderausstellung in der Städt. Galerie Böblingen –  in Zusammenarbeit mit der VHS Kayh

Im 50. Todesjahr des württembergischen Malers und Grafikers Reinhold Nägele, der um 1916 in Böblingen wirkte, richtet die Städt. Galerie Böblingen eine „Jahrhundertschau“ mit den wichtigsten Schlüsselwerken des Malers aus. Sie stammen teils aus Eigenbeständen, teils von privaten Leihgebern und öffent­lichen Institutionen.

Diese Präsentation wird komplementiert von später entstan­denen Fritz Steisslinger-Gemälden, sodass der Zeitraum von 1900 bis 1950, also ein halbes Jahrhundert der Stadtgeschichte Böblingens, festgehalten werden kann. Ohne die Gemälde von Reinhold Nägele und seinem engen Malerfreund Fritz Steisslinger wären einige Wahrzeichen der Böblinger Stadt­landschaft nicht mehr in Bildern erhalten.

In einer ämterübergreifenden Kooperation von städtischen Einrichtungen und Galerie wurde eine erlebnisreiche Ausstel­lungsarchitektur erarbeitet, die den stadtgeschichtlichen und städtebaulichen Wandel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts dokumentiert.

LeitungDorothea Hünemörder (Begleitung), Führung Corinna Steimel (Museumsleiterin)
TreffpunktS-Bahnsteig Herrenberg 14.05 Uhr
Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr12,- € (14,- € Nichtmitglieder) für Fahrt, Eintritt und Führung
Anmeldungbis Do., 20.10.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Dienstag, 08. 11. 2022

Herrenberg Intensiv III: Leben und Wirtschaften in der Stadt

Führung  Dr. Michaela Bautz

Herrenberg sollte sich nach den Vorstellungen ihrer Gründer zu einem lukrativen Wirtschaftszentrum entwickeln – die Stadt als Geldquelle für die Herrschenden. Dies wurde sie nie, sieht man doch, dass bis ins 19.Jahrhundert die Bevölkerungszahl nicht über 2000 hinausging. Aber erfreulicherweise können wir an Herrenberg alles entdecken, was eine Stadt im Mittelalter und in der frühen Neuzeit ausmachte. So begeben wir uns bei unserem Rundgang durch die Stadt zu einigen typischen Orten, die dies für uns lebendig machen. Wo waren die Handwerk­stätten, wo wurde produziert, repariert, Wein gekeltert, wo wurden Lebensmittel verarbeitet und verkauft, wie kamen land­wirtschaftliche Güter in die Stadt und wo wurden sie gelagert? Wie gelangte gutes, frisches Wasser in die Stadt und wo wusch man die Wäsche? Wo konnte man in geselliger Runde Freunde und „Arbeitskollegen“ treffen, gab es doch zu Hause meist keine Möglichkeit dazu? Wer half bei Krankheit und Geburten, wo sorgte man für Alte, die keine Bleibe im eigenen Haus hatten, und wo fanden hilfsbedürftige Menschen Unterstützung? Wie wurde die äußere und innere Sicherheit gewährleistet? Viele Fragen sollen beantwortet werden auf unserem Spazie­rgang von der Stadtbefestigung, vom großen Fruchtkasten zu alten Wohnhäusern, an denen wir die Bauweise studieren können, zu Gastwirtschaften, Pfleghöfen aus­wärtiger Klöster, sowie Spitalgebäuden, Spitalkirche und Badstube.

Zeit15.00 Uhr bis 16.00 Uhr
TreffpunktFruchtkasten Herrenberg
Gebührfrei
Anmeldungbis Mi., 02.11.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 10.11.2022

Die Bedeutung der Malerei in der orthodoxen Kunst

 Führung in der russischen St. Nicolai Kathedrale Stuttgart –

 in Zusammenarbeit mit der Evang. Erwachsenenbildung Hbg.

Ikonen sind heilige Bilder des orthodoxen Christentums. Sie stehen am Anfang der ganzen christlichen Malereitradition. Ihre Ursprünge liegen im Umkreis des kaiserlichen Hofes in Byzanz im späten vierten und fünften Jahrhundert. Zu den ältesten erhaltenen Beispielen gehören wenige Bilder aus dem 6. Jh., die die dunklen Zeiten des Bildersturms (Ikonoklasmus) über­dauerten. Die Theologie des Ostens verlangt, dass die Künstler den alten Vorbildern auch heute noch treu bleiben, entsprechend der Über­zeugung, dass das wahre Antlitz Christi und Mariae den ersten Malern bekannt war. Die Ikonographie, und vor allem die Bedeutung der Malerei in der orthodoxen Kirche, unterscheidet sich stark von dem Stellenwert der religiösen Bilder im westlichen Christentum. Die Russische Kirche in Stuttgart verfügt über eine besonders schöne Ikonostase (typische Bilderwand aus Ikonen). Der Vortrag wird den Besonderheiten der orthodoxen Bildauffassung und der Rolle der Ikonostase gewidmet.

Nach der Führung in der St. Nicolai Kathedrale durch eine Expertin der orthodoxen Kunst wollen wir noch einen Besuch in der Stiftskirche Stuttgart machen und am Beispiel der moder­nen Glasfenster die unterschiedliche Darstellung religiöser Themen im „westlichen Christentum“ erkennen.

LeitungElisabeth Kaiser (Begleitung), Führung in der russ. Kirche von Professor Dr. Eva Mazur-Keblowski
Treffpunkt12.35 Uhr S-Bahnsteig Herrenberg
Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr16,- € (18,- € Nichtmitgl.) für Fahrt und Führung
Anmeldungbis Do., 03.11.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 17.11.2022

„Berauschend. 10.000 Jahre Bier und Wein“

Fahrt mit Führung zur Sonderausstellung im Württ.Landesmuseum  in Zusammenarbeit mit der VHS Kayh

Die Bedeutung von Bier und Wein für eine Gesellschaft ist kein Phänomen der Gegenwart. Ganz im Gegenteil, die Herstellung von Alkohol ist seit circa 10.000 Jahren belegt. Bei gemein­schaftlichen Anlässen und im sozialen Austausch nahm der Konsum alkoholischer Getränke oftmals eine zentrale Rolle ein.

Die kulturhistorische Ausstellung spannt einen Bogen von der Steinzeit bis in die Gegenwart. Dabei führt sie vor Augen, welche lange Geschichte der Konsum von alkoholischen Getränken in unserem Kulturraum hat und wie stark er bis heute in unserem alltäglichen Leben verankert ist. Der geografische Ausgangspunkt ist der südwestdeutsche Raum, ergänzt durch historisch wichtige Bezüge in die mediterrane und vorderasiatische Welt.

Zentral sind dabei weniger die technischen Aspekte der Herstellung oder die Vielfalt an Produkten, als vielmehr die Rolle, die Alkohol in sozialen Kontexten der Vergangenheit spielte und heute noch spielt. Auch die Folgen für Individuum und Gemeinschaft, die mit dem Genuss von Alkohol einher­gehen, werden thematisiert. Vor diesem Epochen übergrei­fenden Hintergrund sind die Besucher*innen dazu eingeladen, ihre persönliche Lebenswelt, ihr Umfeld und ihr eigenes Konsumverhalten zu reflektieren.

LeitungDorothea Hünemörder (Begleitung), Führung vor Ort
TreffpunktS-Bahnsteig Herrenberg 13.05 Uhr
Rückkehr nach Vereinbarung
Gebühr23,- € (25,- € Nichtmitglieder) für Fahrt, Eintritt und Führung
Anmeldungbis Do., 10.11.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Dienstag, 22.11.2022

„… das intrigante Teufelsweib …. hat wirklich sehr gute Bekanntschaften“

– Hohenzollern im Zeitalter Napoleons

Vortrag von Dr. Volker Trugenberger – in Zusammenarbeit mit der evang. Erwachsenenbildung

Die beiden hohenzollerischen Duodezfürsten in Hechingen und Sigmaringen überstanden im Gegensatz zu den Fürsten von Fürstenberg, Thurn und Taxis oder Waldburg, deren Herr­schafts­gebiete zum Teil deutlich größer waren, zu Beginn des 19. Jahrhunderts die territoriale Flurbereinigung im deutschen Südwesten. Dies hatten sie der Stammverwandtschaft mit den preußischen Königen zu verdanken, vor allem jedoch dem Scheitern einer Fürstenehe. Amalie Zephyrine von Salm-Kyrburg hatte 1785 ihren Mann Anton Aloys von Hohenzollern-Sigmaringen verlassen und war nach Paris gegangen, wo „das intrigante Teufelsweib“, wie der Hechinger Fürst sie bezeich­nete, nach dem Urteil seines Sohnes „wirklich sehr gute Bekanntschaften“ aufbaute. Die Württemberger, die Sigma­ringen schon besetzt hatten, mussten auf Intervention Frankreichs wieder abziehen, ja der Herrschaftsbereich von Anton Aloys verdoppelte sich, während Hohenzollern-Hechingen letztendlich keine Gebietsvergrößerungen erfuhr.

Herr Dr.Trugenberger, früherer Leiter des Staatsarchivs Sigmaringen und heutiger Vorsitzender des Hohenzollerischen Geschichtsvereins, hat sich intensiv mit den Hohenzollern in Schwaben beschäftigt. Er wird in seinem Vortrag über die Lebensgeschichte einiger ungewöhnlicher Persönlichkeiten einen intensiven Einblick in bedeutende politische Veränderungen im deutschen Südwesten in der ersten Hälfte des 19. Jh. geben.

Zeit 19.00 Uhr
OrtSpitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr6,- €,  (Nichtmitglieder 8,- €)
Anmeldungbis Di., 15.11.2022, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Donnerstag, 08.12.2022

Eine verschollene spätgotische Marientafel aus der Herrenberger Stiftskirche

Vortrag von Dr. Michaela Bautz in Zusammenarbeit mit der Evang. Erwachsenenbildung

Im Jahr 1808, im Alter von 19 Jahren, entdeckte der spätere Denkmalpfleger, Kunsthistoriker, Künstler und Architekt Carl Alexander Heideloff (1789-1865) in der Herrenberger Stiftskirche eine geschnitzte Marientafel „auf dem oberen Boden in einem Mauerwinkel der Thürme zertrümmert und mit Staub bedeckt“. Er zeichnete das Kunstwerk ab. 46 Jahre später, im Jahr 1854, gab Heideloff das ambitionierte Sammelwerk „Die Kunst des Mittelalters in Schwaben“ heraus. Darin bildete er die Herrenberger Marientafel, in Kupfer gestochen, als Frontispiz ab und beschrieb sie eingehend. Doch inzwischen war die Tafel nicht mehr auffindbar. Sie zeigte eine Madonna mit Kind im Strahlenkranz, begleitet von Engeln und Heiligen sowie von Graf Ludwig I. von Württemberg und seiner Gemahlin Mechthild von der Pfalz.
Die Kunsthistorikerin Dr. Michaela Bautz geht in ihrem Vortrag auf Heideloffs Beweggründe für die Hervorhebung der Herrenberger Marientafel in seiner Publikation ein. Sie ordnet das Kunstwerk zeitlich und thematisch ein. Damit lassen sich Aussagen über den mutmaßlichen Auftraggeber, die ausführende Werkstatt sowie den möglichen Standort in der Stiftskirche treffen. Frühere Theorien über das Kunstwerk werden dabei in Frage gestellt.

Die hier erstmals vorgestellten Forschungen von Dr. Michaela Bautz zur Herrenberger Marientafel werden 2023 als Aufsatz in der Zeitschrift für Württembergische Landesgeschichte erscheinen.

Zeit 19.00 Uhr
OrtSpitalkirche, Tübinger Straße
Gebühr6,- €, (Nichtmitglieder 8,- €)
Anmeldungbis Do., 01.12.22, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de

Mittwoch, 18.01.2023

Die Welt der Normannen in den Reiss-Engelhorn-Museen

Fahrt nach Mannheim und Führung in der Sonderausstellung

Die Reiss-Engelhorn-Museen widmen sich zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum den Normannen. In einem spannen­den Bilderbogen – eine Reise von Skandinavien bis ans Mittelmeer, von der Ostseeküste bis nach Byzanz – zeigen sie, wie aus Wikingern Normannen wurden. Seit dem 9. Jh. veränderten sie das Gesicht des mittelalterlichen Europa.  Eine Geschichte von Mobilität, Eroberung, Innovation und auch einer vielfältigen Vernetzung wird für uns eindrücklich lebendig gemacht. In 300 hochkarätigen Leihgaben werden Kunst­gegenstände, Preziosen und exotische Handelsgüter und nicht zuletzt historische Dokumente präsentiert, die sowohl politische und gesellschaftliche Gegebenheiten der damaligen Zeit beleuchten wie auch den kulturellen Austausch zwischen Orient und Okzident widerspiegeln.

Nach einer historischen Einführung während der Busfahrt nach Mannheim stehen den Mitreisenden eine fachkundige Führung durch die Ausstellung sowie genügend Zeit für eigenständige Erkundungen zur Verfügung.

LeitungElisabeth Kaiser (Einführung und Begleitung), Führung vor Ort
Treffpunkt8.20 Uhr Hallenbad (7.45 Uhr Deckenpfronn Betriebshof)
Rückkehr gegen 20.00 Uhr
Gebühr50,- € (Nichtmitglieder 56,- €)  für Fahrt (Reisebus Däuble), Eintritt und Führung
Überweisung bitte auf Vereinskonto: DE36 60391310 00099120 02
Anmeldungverbindlich bis Mo., 02.01.2023, bei Frau Reinhardt
Tel. 07032-508855
e-mail: erkenheid.r@t-online.de